1990 Sapientia 4 S.

Die „Sapientia“

Die Bezeichnung der Tafelrunde ist „Sapientia“. Die Kurzform dafür
ist S! Ihr Wappen/Symbol ist in dunklem Blau eine goldene Eule.
Die Zahl der Mitglieder ist auf zwölf beschränkt.
Zwölf ist das Symbol der Vollkommenheit. Es gilt das brüderliche „Du“.
Die Zusammenkünfte finden „im Keller auf dem Berg“ (=Berggasse) statt.
Intern nennen wir sie „Expeditionen“ oder „Forschungsreisen“. Wir selbst
bezeichnen uns als „Forscher“. Nach außen werden die Treffen als
„regelmäßige Rotweinabende“ bezeichnet.
Rotwein spielt eine wichtige Rolle – jedes Mitglied (jeder neue „Forscher“)
hat sich mit drei Flaschen einzuführen. Im Sommer (und für die, die lieber
Weißwein trinken) ist auch Weißwein zugelassen. Wasser soll ebenfalls
angeboten werden.
Zum Rotwein werden guter Käse und mediterranes Weißbrot etc. gereicht,
die Kosten für die Bewirtung werden aufgeteilt.

Auf dem runden Tisch soll sich in der Mitte ein großer, gemeinschaftlich
erworbener Bergkristall als Zeichen der Reinheit und Klarheit, aber auch
der Einfachheit der Gedanken befinden – es könnte aber auch eine Kugel
als Zeichen der Vollkommenheit und Schönheit sein.
Vor jedem Sitz liegt in einer hölzernen Schale einer von zwölf „Steinen der
Weisen“. Dabei handelt es sich um erschwingliche Halbedelsteine –
dadurch entstehen auch die internen Namen („Forschernamen“)
Liste der „Steine der Weisen“ – jeder bringt beim nächsten Mal einen mit!

Achat
Amethyst
Bergkristall
Bernstein
Fluorit
Granat
Jade
Jaspis
Lapislazuli
Malachit
Obsidian
Pyrit
Rauchquarz
Rosenquarz
Serpentin
Tigerauge
Topas
Türkis
Zitrin

Kerzen sind die bevorzugten Lichtquellen, eine Stehlampe könnte mildes
Licht verbreiten.
Bei den periodischen Zusammenkünften (die nächste am 18. März 2005)
bringt jeder Forscher zwei Dinge mit: ein Buch, das er besonders schätzt
und ein Werkzeug, das er besonders gern verwendet. Beides kann immer
dasselbe sein, kann aber auch wechseln. Eventuell können die Mitbringsel
(„Funde“. „Schätze“, „Begleiter“, „Bilder“, „Gedanken“) erweitert oder
reduziert werden, so z.B. um ein kleines mitzubringendes Gedicht. Es wird
zunächst nicht „Themenabende“ geben, sondern ein allgemeines Gespräch
auf der Suche nach tieferen Einsichten, eben auf der Suche nach Weisheit.
Vertraulichkeit der Gespräche versteht sich von selbst.
Ein in Leder gebundenes „Logbuch“ hält die Anwesenheiten, allfällige
Bezüge zu wichtigen Tagesereignissen, finanzielle Beiträge und
Beschlüsse fest. Es wird von Peter D. und Werner angeschafft

Die Sapientia ist keine Loge, keine Verbindung, kein Klub und kein Verein,
keine Alchimistenrunde, kein Lesezirkel und kein Schamanentreff, sondern
eben eine Tafelrunde, die ein wenig von allen den genannten Einrichtungen
hat. Religiöse, weltanschauliche oder politische Vorgaben oder
Beschränkungen gibt es nicht. Es gibt auch keine Statuten. Was zählt, ist
aufgeklärtes Bewusstsein, ein wacher, nach Vervollkommnung strebender
Geist, kultiviertes Benehmen, Interesse an Kunst und Kultur und die
Fähigkeit zuzuhören.
Die wichtigste Regel ist es zuzuhören, um verstehen zu können. Ähnlich
wie bei einem professionellen Brainstorming soll im Gespräch auf ein
vorschnelles „Nein“ möglichst verzichtet werden.
Stand 27.10.2004