DIE NEUE KIRCHE UND DER FRIEDE
Mit den historischen Aspekten vatikani-M scher Friedenspolitik beschäftigt sich w ausführlich die englische Ausgabe der k HERDER-KORRESPONDENZ.) Der Autor u führt an Hand der Stellungnahmen aller in der Zeit vom Ersten zum Zweiten n Vatikanum regierenden Päpste zum Fragen-p komplex „Krieg und Frieden” den Nach- F weis, daß die Lehre vom gerechten Krieg” ( einem steten Erosionsprozeß unterworfen ist. h Zentrale Bedeutung für die Friedens-M politik der Päpste im Strahlungsfeld des S Weltkrieges wird dabei den. Lateranverträgen zugemessen, deren Arti- b kel 24 die Erklärung der permanenten b Neutralität des des Vatikanstaates enthält. t Aus dieser Bestimmung erklärt sich nach e Ansicht der HERDER-KORRESPONDENZ (deren Beiträge ungezeichnet wiederg gegeben werden) das Zuspätkommen der L pläpstlichen Erklärungen, die eine Ver- is urteilung von Kriegshandlungen enthielten. A Obwohl das Recht der Kirche, moralische u und spirituelle Urteile auszusprechen, in dem genannten Vertragswerk ausdrücklich L anerkannt wird, erwies es sich in der Praxis te als äußerst schwierig, davon Gebrauch zu machen, ohne in den Verdacht einer Neutralitätsverletzung zu gelangen. So war es möglich, daß der Abessinienfeldzug Italiens von Pius XI. nicht verurteilt wurde und Pius XII. mit einer ausdrücklichen Verurteilung Hitlerdeutschlands bis zum Juni 1945 zuwartete:
In the course of the six years of World War II, 50 million people were killed half of them civilians. Yet no official church judgement was delivered on the morality of the war itself or any particular phase of it. Judgement was suspended. Pius XII, although working heroically to alleviate the evils and tragedies of the conflict, was less inclined to intervene than Benedict XV in the First World War. On 8 May 1945 the war ended with the surrender of the German Reich and on 2 June, Pius XII delivered a scathing denunciation of National Socialism and the Third Reich (Nell’Accocliere). This moral inter-vention did not take place until the German state had itself been dis-solved.”)
Nach dem Zweiten Weltkrieg sah sich der Vatikan mit zwei neuen Faktoren konfrontiert: mit dem Entstehen einer -wenn auch in der Praxis schwachen Weltautorität und mit dem Phänomen der wissenschaftlichen Waffen”. Als sich die UNO-nicht zuletzt durch die Resolution als „Uniting for Peace” aufgewertet wirksame Ordnungsmacht in lokalen Krisensituationen (1956 Suez, 1958 Libanon und 1960 Kongo) erwies, wandte sich das Augenmerk der Päpste unserer Zeit immer mehr dieser Institution zu. Bis zum Höhe-punkt dieser Entwicklung, der Ansprache Pauls VI. vor den Vereinten Nationen (Nie wieder Krieg, nie wieder Krieg!”), häuften sich die Bezugnahmen auf die Notwendigkeit einer Weltautorität mit Sanktionsgewalt.
Leider konnten sich die Konzilsväter bei der Textierung der die modernen Waffen betreffenden Stellen der Pastoralkonstitu-tion (,,Gaudium et Spes” Nr. 80) nicht zu einer Achtung des Atomkrieges durch-ringen. Ein deutliches Zeichen, wie unaus-gegoren bis auf den heutigen Tag die Lehre der Kirche über Krieg und Frieden ist, waren die Interventionen des Kardinals. Alfrink und des Patriarchen Maximos für und die des Weihbischofs Hannan, Washington, und des Erzbischofs Beck, Liverpool, gegen eine generelle Verur-teilung der Kernwaffen.”)
Einen Effekt aber hat die Ambivalenz zeitgenössischer Friedenstheologie jeden-falls gezeitigt: dem gegenwärtigen Papst wird kaum der Vorwurf gemacht werden können, zuwenig Stellungnahmen zum Problem des Weltfriedens abgegeben zu haben. Manche sind schon versucht, zu behaupten, Paul VI. gehe das Risiko ein, durch eine Inflation von Initiativen und Erklärungen den Wert jeder einzelnen Maßnahme herabzusetzen. Ein wenig klingt diese Sorge auch in einem informa-tiven Artikel an, den Anton Feliner vor einiger Zeit zum Thema „Vatikan und Vietnam” in der „FURCHE” schrieb.) Nach einem Rückblick auf päpstliche Friedensinitiativen seit 1963 schließt der heute als Generalsekretär der Wiener Diözesansynode eher etwas in den Hinter-grund getretene katholische Publizist:
„Schon nach der etwas geheimnis-vollen Mission Pignedolis (im Oktober 1966 P.D.) gab es Stimmen, die verlangten, der Papst selbst solle nack Vietnam fliegen, nach Saigon und Hanoi, um durch eine wahrhaft dramatische Demonstration, durch äußersten Einsatz seiner selbst den Frieden gleichsam zu erzwingen. Der
Lackmaser Mit evangelischen Augen Papst flog inzwischen nach Fatima, um für den Frieden zu beten. In realistischer Einschätzung der Macht, die ihm gegeben ist? Sicherlich. Und dennoch: sollte er es nicht wagen-morgen übermorgen bald-che es zu spät ist? In Christi Namen…?” Ungeheuer ist die Verantwortung des geistigen Oberhauptes der Christenheit in Weltfragen wie der des Vietnamkrieges vergleichbar wohl nur jener des politischen Oberhauptes der mächtigsten Nation dieser Erde, der Vereinigten Staaten, die diesen Krieg heute führt, ohne länger einig zu sein, daß seine Fortsetzung tatsächlich die einzige Möglichkeit für sie ist, ihre Führungsrolle in der freien Welt zu recht-fertigen.
Je unsicherer die Vereinigten Staaten in der Beurteilung ihrer eigenen Rolle werden, um so deutlicher scheint sich die offizielle Stellung der Kirche zu dieser Auseinander-setzung und zum modernen Krieg im allgemeinen herauszukristallisieren. Ob-wohl Papst Paul VI. bis heute der,,amletico”, der hamletähnliche Gegner schneller Ent-scheidungen geblieben ist, als der er von katholischen Publizisten von Anfang seines Pontifikats an beschrieben wurde,) sind es oft die Umstände, die ihn zu einer Festlegung drängen. So kann man wohl mit Recht sagen, daß die weltwirtschaft-lichen Gedankengänge, die aus seiner Enzyklika Populorum Progressio” spre-chen, eine eindeutige Hinwendung zu der katholischen Soziallehre der Neuzeit bisher fremden Vorstellungen bedeuten. Auf anderen Gebieten, so etwa in der Frage der Geburtenregelung und beim Problem des Zölibates, steht dies noch aus.
Desgleichen in der Friedensfrage besonders wenn man ibre theoretische Seite betrachtet. Viele Beobachter sind sich darin einig, daß die Lehre der Kirche über Krieg und Frieden seit ihrer Aus-formung auf dem Zweiten Vatikanum, die ja in sich selbst ein Kompromiß war, nicht nennenswert verdichtet, sondern cher wieder relativiert wurde. Das Konzil hob die Rolle der Pazifisten ansatzweise als mögliche christliche Verhaltensformhervor: Vom gleichen Geist bewegt, können wir denen unsere Anerkennung nicht versagen, die bei der Wahrung ihrer Rechte darauf verzichten, Gewalt anzuwenden.” Es hatte auch Verständnis für die Wehrdienst-verweigerung aus Gewissensgründen, ja sogar höchste Anerkennung” für jene, die sich der Anordnung, an einem Genozid teilzunehmen, widersetzten. Demgegen-über kommentiert die angesehene katholi-sche Halbmonatsschrift „COMMONWEAL” die Botschaft Pauls VI. zum „Tag des Friedens” (8. 12. 1967) wie folgt:
..A Catholic might hope that a Pope would be willing to go as far as the Council in support of pacifists. Or, if that is too much to expect, that a Pope might at least refrain from casting pacifists in the worst possible light. Apparently, such minimal hopes of the vicar of the Prince of Peace-are, for the moment, in vain. In his call for a Day of Peace’ the Bishop of Rome expressed the hope, ‘that the exaltation of the ideal of peace may not favor the cowardice of those who fear it may be their duty to give their life for the service of their own country and of their own brothers…. Peace is not pacifism; it does not mask a base and slothful concept of life…
We use the phrase, the Bishop of Rome deliberately in referring to the author of those words. They are unworthy of a Pope. Rather than enlightening the world on the rights of conscience, they serve only to perpetuate the all-too-popularjingoist’s version of the pacifist. Does the Pope really mean to suggest that pacifism masks a,base and slothful concept of life? Probably not; he couldn’t. Could he?
It is painful to even imagine that he could. Painful because the Church is only now beginning to show that the personal conscience counts. Painful because the world is becoming more sensitive to the false uses of the word peace, especially those uses which equate peace with nationalistic triumphs. Painful because Christianity has helped keep alive a tension between the private conscience and political realities. On each of these counts, the Pope’s statement represents a setback.”)
Tatsächlich ist die indirekte Identifizie-rung von Kriegsgegnerschaft und Feigheit nicht nur sachlich ungerechtfertigt, sondern stellt auch eine unbillige Zensur jener christlichen Gruppen dar, die wahrhaftig nicht ohne Courage seit Jahrzehnten jene Haltung vorgelebt haben, der sich die Kirche als Amtskirche jetzt nähert. Oder sind es etwa nur inoffizielle Stellung-nahmen, wenn der „OSSERVATORE DELLA DOMENICA” in seiner Neujahrsausgabe feststellt, der Bombenkrieg, den die USA in Vietnam führten, sei nicht nur eine schwere Last für Nordvietnam, sondern. füge auch den Vereinigten Staaten selbst schweren Schaden zu? Die USA hätten sich in Südostasien nicht zum ersten-mal in eine Sackgasse hineinmanövriert und brächten damit auch ihnen freund-schaftlich gesinnte Staaten immer mehr in Verlegenheit. Jeder, der die Rolle der Vereinigten Staaten in der heutigen Welt am Scheideweg zwischen Freiheit und Knechtschaft kenne, müsse angesichts dieser Tatsache betrübt und besorgt sein, heißt es in der vatikanischen Wochen-zeitung.*)Oder ist es nicht eine weitgehend pazifistische Aussage, wenn der Erz-mischof von Bologna, Kardinal Lercaro, wörtlich feststellt:
Es ist eine Gewissenspflicht für die katholische Kirche, auf die Ein-stellung der amerikanischen Luft-angriffe gegen Nordvietnam zu drin-gen. Wenn sich die USA dieser Bitte verschließen sollten, könnte ein wei-terer und möglicherweise nicht wieder gut zu machender Schritt in Richtung auf eine Ausweitung des Konflikts die Folge sein. Es ist die Aufgabe des Papstes, im Interesse der Erhaltung des Friedens die Dinge klar aus-zusprechen, auch wenn das einigen nicht angenehm sein sollte.””)
Angenehm kann manchen auch der Friedensappell nicht gewesen sein, den der gesamte sädvietnamesische Episkopat (sieb-zehn Bischöfe) in den ersten Jännertagen 1968 an die kriegführenden Parteien. richtete. Nach einer Aufforderung an die USA, die Bombenangriffe cinzustellen cinzustellen und einer gleich deutlichen an Hanoi, dic Infiltration in den Süden zu beenden und. sich an den Verhandlungstisch zu setzen, hieß es in dem Aufruf an die Adresse der regierenden Militärs und Politiker in Saigon:
„Wie kann es Frieden geben, wenn die Verantwortlichen ihre falschem Versprechungen hinter Rhetorik ver-bergen? Wie kann es Frieden geben, wenn Faulheit, Heuchelei und Kor-ruption überall in der Gesellschaft vorherrschen, wenn viele von ihnen, die offensichtlich die Bindung zu dem Millionen Kriegsopfern verloren ha ben, so weit gehen, Unglück und Einsamkeit auszubeuten?10)
Die Ansichten über den Vietnamkrieg -und damit über die Friedensfrage im allgemeinen gehen quer durch die meisten gesellschaftlichen Gruppierungen Im Bereich des Katholizismus zeigt sich dies in der Gegenüberstellung der redak tionellen Linie zweier bedeutender katholi scher Zeitschriften der USA: AMERICA” und „COMMONWEAL”.
Für die Jesuitenzeitschrift AMERICA ist die Frage der amerikanischen Präsen in Südostasien für die der Vietnamkrie Prüfstein ist einerseits eine Frage de Entwicklungspolitik in diesem Gebie anderseits aber ein Problem der Freihe des religiösen Bekenntnisses von Millione: gläubiger Menschen. Einem Interview m dem demokratischen Scnator und Aspiran ten für die Kandidatur bei der kommende Präsidentenwahl, Eugene J. McCarthy, i dem sich dieser für graduellen Rückza der USA aus Südostasien ausspricht un die Meinung vertritt, daß die Art da Kriegführung in Vietnam der christliche -Moral widerspricht, setzt AMERICA die Sätze voraus: The fact of a Communist take-over in South Vietnam seems not to bother the Senator. It bothers us, and not solely because the fate of several million Christians is at stake. Equally involved are some five million members of the Hoa Hao and Cao Dai sects, to mention but two of the groups that make up South Vietnam’s pluralistic society. They stand to lose as much in terms of human dignity as the Catholics.”)
Und die Frage der Entwicklung in Richtung stabiler Zustände sicht die genannte Zeitschrift unter Bezugnahme. auf ein im Dezember 1967 vom „Freedom House” veranstaltetes Expertengespräch folgendermaßen:
„Over the past five years, Southeast Asia’s progress toward economic, political and social stability has been rather remarkable. In Singapore, Malaysia, Thailand, and even in Laos to an extent, both economic and political gains have been encouraging. The drift toward chaos in Indonesia has apparently been halted. And yet, as the Freedom House statement reminds us, the heartening picture is not solely the result of internal developments. Every political leader in the area recognizes that if it were not for the American presence in Asia economic, political and military that picture would be drastically different., To put the matter succinctly, say the 14 scholars, ‘the United States has bought time for some 200 million people to develop without their being ceaselessly con-fronted with combined external-internal Communist threats of growing proportions.”12)
In Vietnam, so folgert AMERICA”, geht es letztlich darum, weitere nationale Befreiungskriege” durch die (siegreiche) Beendigung des in Gang befindlichen zu verhindern ganz im Sinn der „Domino theorie”. Da diese Vorgangsweise auf einen long-range peace” abziele, stehe sie den Intentionen des Papstes näher als ein Großteil des Geschreibsels, dessen sich die katholische Presse heutzutage.
befleißigt”. COMMONWEAL”, von katholischen Laien gestaltet, steht demgegenüber auf dem Standpunkt, daß ein Kurswechsel der amerikanischen Regierung erforderlich ist:
t t d
First of all, the moral outcry against the war grows every day, and this is heartening. Secondly, the candidacy of the talented and capable Senator McCarthy and the still weak rating of Mr. Johnson in the polls could conceivably force a reappraisal inside the Democratic Party. Thirdly, GOP leader Everett Dirksen, long an LBJ fellow-traveller, recently broke step to suggest that a Republican president might be better able to end the war than the Democratic incum-bent. “13)
Noch deutlicher wurde die Dezember-Ausgabe des U.S. CATHOLIC”, heraus-gegeben von den Claretian Fathers, einem Missionsorden in Chicago:
We surely do not accept the moral irresponsibility of my country, right or wrong and while we do not for a minute equate the policies of our government with those of Nazi Germany, we do find a similar responsibility among the people of Hitler’s Germany and among the American people today. Just as it was then the responsibility of the Germans to speak out against the immoral policies of the Nazis, it is, we believe, the responsibility of Americans who see the Vietnam war as immoral to speak out.”149
Immer mehr Bischöfe fühlen sich zu Stellungnahmen verpflichtet, darunter kaum eine so dramatisch wie die von Fulton J. Sheen, Rochester, der von Präsident Johnson verlangte, die amerikanischen Truppen sofort abzuziehen und diesen Rückzug wie folgt anzukündigen: Im Namen Gottes, der uns aufgetragen hat, unseren Nächsten mit ganzem Herzen zu lieben, werde ich unsere Streitkräfte um der Versöhnung willen aus Südvietnam abzichen.”)
Freilich, auch noch so verzweifelte Handlungen formalen Protestes gegen den Vietnamkrieg wie etwa das Übergießen von Einberufungskarteien mit Blut, wie es ein Father Berrigan demnächst vor Gericht zu verantworten haben wird,) sind in ihrer faktischen Wirksamkeit durch die chernen Gesetze der weltweiten Macht-politik beschränkt. Es lohnt sich daher, in der christlichen Publizistik nach Stellung-nahmen zu suchen, die dem Einzelnen konkrete Hinweise eise für sein Verhalten in bezug auf das Friedensproblem geben. In PAX CHRISTI”, dem Organ der internationalen katholischen Friedensbewe-gung, vertritt der französische Bischof Guyon folgenden Standpunkt:
„Die wirkliche Aktion, die sich im Nachdenken und im Gebet vor-bereitet, dringt ins öffentliche Bewußt-sein ein. Sie ist nur möglich, wenn wit ernsthaft engagiert sind an den augenblicklichen Gegebenheiten des modernen Lebens und der Welt der Arbeit, am gesellschaftlichen und politischen Leben; sie ist nur möglich wenn wir ständig die Arbeit dem internationalen Organisationen ver-folgen und an ihren Bemühungem gegen den Hunger und Analphabetis-mus teilnehmen sowie für die wirt-schaftliche Entwicklung, für die Rü-stungsbeschränkung eintreten in dem Hoffnung, daß die Weiterentwicklung der menschlichen Anschauungen es gestatte, die Waffen zur Regelung vom Konflikten zwischen den Nationen auszuschließen.
Überall, wo wir auch sind, müsserm wir die Gedanken unserer Mitbürger, die sich gerne in das Studium von rein seelischen Problemen vertiefen, auf die internationale Lage hinlenken und sie dazu veranlassen, daß sie von ihren beruflichen und politischen Amtsträgern fordern, diesen Fragen einen Vorrang zuzuerkennen. Diese sollen fordern, daß ihr Land vertreterm ist in den Institutionen, bei den Konferenzen und Abmachungen, die für den Friedensgedanken in ihrem Land von Bedeutung sind.
Internationale Organisationen zu verlassen oder dort nicht eine Rolle für den Frieden zu spielen, die von der Lehre der Kirche vorgezeichnet wird, hieße versagen vor der Pflicht, den Frieden zu verwirklichen.”)
Eine bis vor kurzem in Rotchina arbeitende Australierin geht das Friedens-problem unter ganz anderen Vorzeichen an. Wir entnehmen ihre Gedankengänge der Zeitschrift „NEW BLACKFRIARS”, dic von den englischen Dominikanern heraus-gegeben wird.
Vietnam is India becoming China, and for much the same reasons. The only thing you can do about it is to first understand it, then help by helping in your own society, by changing your society to one where injustice is not an accepted everyday practice, where moncymakers are curbed, foreign investments that do not help other countries banned.
You laugh. It would take a revolu-tion. All right. Let’s have a revolution! It could be fun.
There are two kinds of revolution.. One call it the Leninist way-involves taking state power, probably (though not necessarily) by armed. force, then decreeing the changes changes you want from on top. This, thank God, does not seem to work. The experience of the Soviet Union and China shows it to be far too expensive in terms of human life, in terms of the hatred sown by the original violence (which feeds on itself), and in terms of the periodic upheavals needed to get back to the enthusiasm of the revolu-tion itself. It is a very tempting way, nevertheless, especially for countries that are economically bankrupt. In countries like England, which are economically still solvent, but spiri-tually nearing bankruptcy, mere pos-session of state power is no help. A socialist government, for example, has no effect whatever on the morality of the people.
The other way to have a revolution is much more exciting. Call it the Maoist way if you like, though Mao would not think much of it. Or call it the Christian way for that matter, since Christians are about the only people who could pull it off.
It is very simple. It involves working for social change from below, from among the people in the street, parish, job, club, family you live in. It means using love as a weapon to fight evil.
You say you have been doing just that all along! But you haven’t been doing it perhaps with Vietnam in mind, with China and India in mind. You haven’t been fighting against big money and corruption and apathy and racism with a view to stopping your society’s evils affecting other societies.
What we must start is a guerrilla. war, to be waged in the streets and lanes, offices and workshops and churches all over our country, with the final aim of sapping the strength of the powerful and the corrupt, who do untold damage in the world, the businessmen, politicians, war-mongers, reactionary clergy, anyone in a position to influence many people, who is prepared to sacrifice the ultimate. welfare of the people for the vested interests of the establishment
This is the only way to be Christian in the modern world, the only way to be a missionary, an apostle, the only way to spread Christianity. Mere continuation of the old ways, with nuns and priests in fancy dress and even fancier ideas, will lead to more Chinas.”)
Wer tritt den Gegenbeweis an, daß der Krieg in Südostasien nicht auf ein Ver-sagen der westlichen Welt bei ihrer eigenen Gesinnungs- und Zuständereform zurück-geht?
PETER DIEM (Wien)
