1988 Mitwirkung an der EXPO 95 11 S.

“Brücken in die Zukunft” (1988/89)
1. Die Idee
1995 stellt die WELT in Wien und Budapest aus. Wien und Budapest, Österreich und Ungarn, sind nicht INHALT, sondern RAHMEN der Weltausstellung.
Die beiden Städte und Länder wollen den Staaten und Regionen sowie den großen internationalen Wirtschaftsunternehmen die Gelegenheit zu stimulierender Selbstdarstellung geben.
Sie wollen die wirtschaftliche, technische und kulturelle Zusammenarbeit zwischen den Nationen fördern und zu einer besseren Bewältigung der Zukunftsfragen, insbesondere auch zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichtes, beitragen.
Die Veranstalter laden zur festlichen und vergnügten Begegnung von Menschen aller Erdteile, Rassen und Religionen.
Das vorbereitende und begleitende Programm soll den Besuchen einen bleibenden Eindruck vom reichen kulturellen Erbe und vom Beitrag der beiden Gastgeberländer zum geistigen Leben Europas und der Well geben.
Durch die aktive Beteiligung der Bundesländer Österreichs und der Komitate Ungarms an der Weltausstellung 1995 soll dem Gedanken des “Europas der Regionen” Rechnung getragen werden.
Die EXPO ’95 will ein Beispiel für das freundschaftliche Zusammenwirken zweier Staaten sein, die jahrzehntelang den Weg verschiedener Gesellschaftssysteme gegangen sind und nun gemeinsam nach den Idealen der persönlichen Freiheit, der pluralistischen Demokratie, der sozialen Gerechtigkeit und des wirtschaftlichen Wohlstandes streben.
2. Die Lage
Die EXPO ’95 findet gleichzeitig in den beiden Donaumetropolen Wien und Budapest statt. Damit werden erstmals in der Geschichte der Weltausstellungen zwei Städte gemeinsam Gastgeber sein (“Twin City Concept”). Beide Städte haben in der Vergangenheit dem mitteleuropäischen Raum entscheidende 
1. Allgemeines
Die Weltausstellung 1995 in Wien und Budapest findet von Samstag, dem 29. April, bis Donnerstag, den 26. Oktober 1995, Nationalfeiertag, statt. Die “EXPO ’95” steht unter dem Motto “Brücken in die Zukunft”. Als Standort in Österreich hat die Stadt Wien am 17. Oktober 1988 den. Bereich “Donauraum/Konferenzzentrum” beschlossen.
Die EXPO ’95 ist nach dem Reglement des B.I.E. (Weltausstellungsbüro in Paris) eine “Welt-Fachausstellung”. Diese unterscheidet sich von einer “Universellen Weltausstellung vor allem dadurch, dass der Veranstalter den sogenannten “Official Participants” (das sind Staaten und internationale Organisationen) die Gebäude zur Verfügung stellen muß, während bei einer universellen Ausstellung die Teilnehmerstaaten ihre Pavillons selbst errichten.
Für die sogenannten “Non-Official Participants” (das sind vor allem Regionen und große Wirtschaftsunternehmen) gilt bei einer Fachausstellung die Regel, dass sie wählen können, ob sie selbst einen Pavillon errichten wollen, oder ob sie Ausstellungsfläche in den vom Veranstalter errichteten Gebäuden mieten wollen. Die österreichischen Bundesländer haben als regionale Gebietskörperschaften somit bei der EXPO ’95 die Wahl, selbst zu bauen. oder Ausstellungsfläche anzumieten. Für die Einrichtungs- und Personalkosten haben sie in beiden Fällen selbst aufzukommen.

Thema “EXPO und Umwelt”
Das Wissen um die Endlichkeit natürlicher Ressourcen, das Bewusstsein der Schädlichkeit vieler konventioneller Prozesse und Verhaltensweisen und die Einsicht in die Notwendigkeit ökologischen Denkens, Planen und Handelns hat heute schon breite Kreise der Bevölkerung erfasst. Immer mehr Verantwortungsträger in den Regierungen, Parlamenten und Verwaltungen unterziehen sich der Aufgabe, nicht nur entstandene Schäden zu identifizieren und zu reparieren, sondern durch eine vorausschauende Umwelt- und Energiepolitik die Bewohnbarkeit des “Raumschiffes Erde” auch für künftige Generationen sicherzustellen.
Die EXPO ’95, die unter dem Motto “Brücken in die Zukunft” in der Mitte des letzten Jahrzehnts dieses Jahrtausends stattfinden wird, ist dazu entschlossen, Planung, Bau, Betrieb und Nachnutzung so weit wie möglich unter ökologischen Gesichtspunkten durchzuführen.
Im Folgenden werden die Grundsätze dargelegt, die gewährleisten sollen, dass einerseits umweltschonend vorgegangen wird, dass andererseits von der EXPO ’95 aber auch Impulse für eine positive Umweltpolitik und Umwelttechnologie ausgehen.
Österreich ist durch die Natürlichkeit seiner Landschaft und durch zum Teil strenge und vorbildliche Umweltgesetze intemational als “sauberes” Land bekannt und anerkannt. Gerade deshab ist es notwendig, ein Großereignis wie eine Weltausstellung, die erhebliche Verkehrsströme verursacht und außer-ordentliche Ver- und Entsorgungsprobleme zu bewältigen hat, von Beginn an als “ökologisches Modell”, als “umweltverträgliche EXPO” zu konzipieren.
Die Veranstalter der EXPO ’95 werden alles daransetzen, diesem selbstgesteckten Ziel so nahe wie möglich zu kommen. Durch die strenge Beachtung aller Umweltnormen und ihre Ausrichtung auf positive Beiträge zur Verbesserung der Umwelt soll die EXPO ’95 auch zu einem Modell für künftige Großveranstaltungen werden.
НА 195 und Unwelt
1. Das Unweltbewußtsein steigt seit den 70er Jahren kontinuierlich an. Ugl. Beilage. Heute ist ein Stand erreicht, inden fast jeder Anbieter van “Grünen Persil” bis zu den Parteien die Umwelt-schiene/nasche fährt. Das entwertet den Begriff und fördert die blaubwürdigkeit der “wirklichen” ökologiegruppen.
2. Das Unweltbewußtsein ist aber keineswegs eine Schinäre, sondern hat einen wirklichen “Sitz in Leben”, denn der Wald stirbt tat-sächlich, der Verkehr und der Müll etc. wachsen tatsächlich in bedrohlichen Maße. Der ökologische bedanke wird uns über die Jahrhundertwende begleiten.
J. Daher muß sich aber auch die WA nit den Thema “Unwelt” auseinander setzen. Wie das muß noch genau geprüft werden, denn “ökelagie” ist kein sehr leicht unsetzbares Therat entweder zu wissenschaftlich oder zu schreckhaft.
4. In einen Brainstorning in Okt. sellte geklärt werden, wie die MA 195 GLAUBHAFT sagen kann, SELBST eine unweltfreundliche Expo zu sein. Z.B. durch “Öko-Klausel” in jeden Vertrag, Leihfahrräder, Zelte etc.
Die Beteiligung der österreichischen Bundesländer an der EXPO ’95
1. Allgemeines
2. Das Thema
3. Bisherige Praxis bei Weltausstellungen
4. Die Vorteile einer Beteiligung der Bundesländer
5. Die räumlichen und baulichen Möglichkeiten
6. Leistungen der Veranstalter für die Bundesländer
7. Zusammenarbeit in der Werbung – Das “EXPO-Siegel”
8. Überblick über die bisherigen Panungen der Länder
Die besucherfreundliche EXPO
1.0 Allgemeines
2.0 Kinder
3.0 Sicherheit, Sauberkeit, Service, Vergnügen
4.0 Behinderte
5.0 Senioren
6.0 Wetter
7.0 Liste der Gratiseinrichtungen
8.0 Lageplan

“Brücken in die Zukunft” eine Utopie
EXPO ’95 in Wien und Budapest eröffnet
o Die gestrige Eröffnung der EXPO ’95 fand gleichzeitig in Wien und Budapest statt. Nachdem der österreichische Bundespräsident und der ungarische Staatspräsident die Eröffnung in ihrem jeweiligen Land vorgenommen hatten, trafen sie sich mit den in beiden Ländern als Gäste anwesenden Staatsoberhäuptern und Regierungsmitgliedern zu einem gemeinsamen Empfang im Schloss Esterházy in Eisenstadt. Es wurde vereinbart, dass man gemeinsam heute das Gelände in Wien und morgen jenes in Budapest besucht.
o Über 100 Aussteller aus 75 Nationen haben teils eigene Pavillons gestaltet, teils waren sie in Kollektivaustellungen wie etwa Lateinamerika und Afrika – vertreten. Besonders ins Auge fiel das außerordentliche Engagement asiatischer Staaten, vor allem Japans, aber auch von Taiwan und Korea.
o Der Besucherandrang war groß (125.000), wobei sich die schon aus dem Kartenvorverkauf (S 400.-) erwartete Tendenz zeigte, dass vor allem Tschechen, Slowaken und Slowenen die Attraktion nutzten und in hunderten Bussen anreisten, um die in ganz Mitteleuropa in zahlreichen Fernsehspots beworbene Eröffnungsshow zu sehen.
o Das Eröffnungsspektakel war deutlich “hochkultureller” als man dies von Barcelona und diversen Olympiaden her gewohnt war. Österreich setzte voll auf E- und U-Klassik von Mozart über Strauß bis zu Udo Jürgens, dessen EXPO-Lied “Seven Bridges for a Bright Tomorrow” bereits seit Wochen überall gesungen wird. Die Fernsehübertragung wurde mit über 300 Mio Zuschauern sechsmal so stark genutzt wie das Neujahrskonzert – sein Effekt für die Fremdenverkehrswerbung muss dementsprechend als überaus hoch eingeschätzt werden.
o Das Verkehrschaos war geringer als erwartet. Schon seit Monaten ist bekannt, dass während der EXPO Praterstraße und Reichsbrücke für den Individualverkehr gesperrt sein würden. Das in konzentrischen Kreisen zu 100/50/25/10/5 km um Wien angeordnete elektronische Verkehrsleitsystem hat bestens funktioniert und alle motorisierten Besucher rechtzeitig in die Park-and-Ride-Räume eingewiesen. Die verlängerten U-Bahnlinien, mit den Minutenintervallen, die neue Flughafenbahn und die
Zubringer-Kabinenbahn vom Papstbahnhof über die EXPO nach Floridsdorf bewährten sich ebenso wie das System der vor einem halben Jahr eingeführten abgasarmen “Maxi-Taxis”. Auch der bereits 1994 vollendete Ausbau des Flughafens zum neuen VIE-East/West-Airport hatte keine Schwierigkeiten mit der Abfertigung des dreifachen Passagieraufkommens.
o Vom Standpunkt der Architektur fiel die bewusst schlichte, auf umweltfreundliche Materialien (viel Holz, Stahl und Glas, oberhalb der Platte wenig Beton) gegründete Architektur der Pavillons auf, der allerdings die im Vergleich zur UNO-CITY eher klobigen Hotel- und Bürobauten viel von ihrer Eleganz nahmen. Erfreulich hingegen die Sanierung und Verbauung des Nordbahnhofgeländes, das sich nun in einer schmalen, aber kühnen Terrasse zur Donau hin öffnet.
o Das Konzept der Veranstalter, eine umweltfreundliche, besucher-freundliche (kinder- und behindertenfreundliche) EXPO zu errichten, ist voll aufgegangen. Mit 1.400 Abfallkörben pro Hektar Ausstellungsfläche wird wahrscheinlich ein neuer Weltrekord aufgestellt. Sehr bewährt haben sich schon am ersten Tag die sogenannten “Kiddie-Karts” – leichte Aluminiumgestelle auf zwei Rädern, mit welchen der übliche Elternstress deutlich reduziert werden kann. Der ursprüngliche Plan, internationales Fast-Food durch bodenständige Speisen zu ersetzen, ist leider gescheitert, da allein MacDonalds die strengen Umwelt-, Sauberkeits- und Hygienevorschriften zu erfüllen vermochte. Dennoch: die EXPO ’95 schenkt der Welt eine neue kulinarische Attraktion: den “Buren-Burger”.
o Was niemand einzuschätzen vermochte, von den Veranstaltern aber immer wieder ins Treffen geführt worden war, sind bereits heute merkbare Nebeneffekte der EXPO:
* Wien ist Weltstadt geworden, ohne den heimeligen Charakter seiner Innenstadt preisgeben zu müssen.
* Rund 8.000 neue Arbeitsplätze und 10.000 neue Wohneinheiten gehen allein auf das Konto der Weltausstellung.
Der Zuzug vieler Ausländer – junger Arbeitskräfte aus den neuen Demokratien Osteuropas aber auch vieler Manager aus Asien und Nordamerika hat stark zur Internationalisierung der Atmosphäre beigetragen. Eine sehr frühe Auseinandersetzung mit dem Gedanken einer digitalen Österreich-Enzyklopädie