Dr. Peter Diem
Die Heranbildung eines allen regionalen, sozialen und weltanschaulichen Gruppen bewußtseins gehört zu den wesentlichsten Funktionen der Führungskräfte in unserem Volk. Neben die Notwendigkeit einer wirtschaftlichen Konsolidierung stellte das gemeinsamen österreichischen Staats-1955 die Republik Osterreich vor die Aufgabe, als unabhängiger und neutraler Staat den Platz einer seifen Comeinschaft mater den Völkern cinzunehmen, Grund-lage aber jeder Mitarbeit in einem grö Beren Verband bei der Einigung Europas gleich wie bei den Vercinten Nationca-ist ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das dem Teamgeist Olympiamannschaft besitzen muß, um in fairem Kräftemeisen mit den Sportlem anderer Länder Höchstleistungen erbrin gen zu können. Nur der geistige Zusam menhalt einer Nation sichert deren Exi Teamgeist entspricht, den eine stenz auf Dauer und setzt sie instand, zum Wohl der großen Völkerfamilie tätig zu sein. Damit sind auch schon die Grenzen des Nationalbewußtseins umrissen: voter ländisches Denken. Fuhlen und Wallen darf nicht zu einer Überbewertung der eigenen Fähigkeiten und nationalen Eigenheiten führen, da somt der Sinn für die richtige Gestaltung des internationalen Gemeinschaftslebens verlorengeht.
Die österreichischen Farben
Es würde zu weit führen, die geschicht liche Entwicklung der Hoheitszeichen im allgemeinen in dieser Untersuchung zu be rücksichtigen. Während die Fahne (gotisch fana Zeug) ein meist recht-eckiges. an einem Schaft befestigres Stück Tuch, das Farbe das Farben oder Emblem eines Hoheitsbereiches trägt aus der Landkriegsführung kommt, we sic als sichtbares Orientierungszeichen für die Soldaten diente, stammt die mittels einet Leine gehißte Fla lagge aus der Schiff falut (17. Jahrhundert). Ein weiterer wesentlicher Unterschied besteht darin, daß die einem relativ kleinen Personen kicis zugeordnete, meist sorgfältig aus geführte Fahne nur ausnahmsweise, die eine allgemein bekannte Darstellung tra gende Flagge hingegen regelmäßig ersetzt werden kann.
Die Entstehung des unseren gegenwär tigen Staatsfächen zugrunde Begenden Begenden en Bindenschildes wird wird Onterreichischen gerne wie folgt dargestellt: Herzog Leo-pold V. C.der Tugendhafte”) habe auf dem Kreuzzug von 1190 91 bei der Belagerung von Akken so tapfer gekämpft. daß sein weißer Waffemock von Blut ret gefärbt gewesen sei, mit Ausnahme eines von der
Schwertbinde geschützten weißen Strel fens. Zur Belohnung dafür habe ihm Kal ser Heinrich VI. ein neues Wappen ver lichen: cinen silbernen (weißen) Balken (linde) in rotem Feld. Dengegenüber hat insbesondere Professor Karl Lechner glaubhaft gemacht, daß der jüngste Zweig der Herren von Peigen (Ort an der Tafla westlich von Horn, Niederösterreich), die Grafen Hohenburg-Wildberg, als erste dieses Wappen führten. Nach ihrem Aus. sterben im Mannesstamın (ver 1210) über nalun der österreichische Heszeg Leo-pold VI. the Wappen, den Balkenschild. Aber erst Friedrich der Streitbare, der letzte Babenberger, führte ihn ab 1230 regelmäßig. Der Bindenschild blieb im Wappen der österreichischen Herzöge und der Casa d’Austria cobalten und bildete ab 1904 den kaiserlich-österreichischen
Herzschild. Schon 1786. im Jahre der Wiedergeburt der österreichischen Marine, bestimante Kal ser Josel II. die Farben des Bindenschildes als Seeflagge. Diese blieb Kriegsflagge bis zum 31. Okteber 1918, da die totweiß roten Farben um fünf War nachmittags vom österreichischen Adamitalsschiff Virn bot Unitis niedergeholt wurden. Es ist ein nicht geringes Verdienst des Staats mannes Karl Reaner, naes dem Zerfall der Donaumonarchie der Donaumonarchie trotz der vielfach berrschenden antitraditionellen Ressenti ments statt ciner konstruktivistischen Lösung für ein neues Hoheitszeichen auf die traditionsreichen Farben Rot-Weiß-Rot zurückgegrifien zu haben.
Symbol and Syзартона
Noch ein drittes Mal sollte die rotweiß rete Flagge zuin Symbol neuen Beginnent werden: am 27. April 1945 wehte sie nach sichenjähriger Verborgenheit zum ersten Male wieder im Wind. Aber richtig emfalten konnte sie sich erst nach dem 25. Oktober 1955, als die Bevoramandung Osterreichs durch den Abaug Abaug der allierten Besatzungstruppen ihr Ende fand. Tags daraid erklärte Österreich seine inner-währende Neutralität. In der diesbezüg lichen Regierungserklärung, die Bundes kanzler Raab im Nationalist vorbrachte, ist erstmalig von der Feier des Tages der österreichischen logge die Rede Seit diesem Zeitpunkt wird der 26. Ok-tober in mehr oder minder glücklicher Weise alt festlich gestimenter Werktag und als typisch österreichisches Provi sorium statt eines echten Nationalfeier tages begangen. (Wie sagt dech Grill parzer: Das ist der Fluch von unserem edlen Haus auf halben Wegen und zu halber Tat, mit halbea Mittela zauder haft zu streben.” önerreichisches Provi
Die Nationalflagge ist das Symbol für ein unabhängiges Österreich, das es fernob jeder politischen und weltanschaulichen Ausrichtung zu bewahren gilt, weil es seinen Bürgern rechtsstaatlichen Schutz. freie persönliche Entfaltung und sozialen Beistand bietet. Zu bewahren und weiter zubilden gilt es dos in cine harmonische Landschaft eingebetnete kulturelle Erbe und die ausgleichende und verbindende Funktion echt österreichischen Wesens: Die Farben Rot-Weiß-Roe sind der siche bare Ausdruck der österreichischen Idee. Gleichzeitig aber ist unsere National-flagge in ihrer gegenwärtigen Handhabung cin cin Symptom für die Unsicherheit und das Desimereise, das große Gruppen von Ostereichern unserem Staatswesen ent gegenbringen. Wer in Amerika gelebt hat. weiß, welch große, fast mystisch” zu nennende Rolle das Sternenbanner in den USA spielt. Uns Österreichern kommt das Zeigen der Fahne, wie die Amerikaner es handhaben, manchmal übertrieben vor. So zum Beispiel befremdet uns, wenn bei einem unterklassigen Baseballspiel eine regelrechte Flaggenparade abgehalten wird. Doch liegt das nicht an uns? Haben wir Osterncicher überhaupt noch eint richtige Beziehung zu unserer socweib roten Fahner Schließen wir sie nicht zua unserem Gemeinschaftsleben aust Wa auf der Welt gibe es denn ein altes Kultur-volk, das sich so wenig um seine Falane kammert, wie wir Österreicher es tun? Zahlreich sind die einfach unverständ lichen Beispiele einer wahrhaft stief mütterlichen Behandlung der National lagge im Bundesheer Dabei ist diese für den Schutz unserer Grenzen verantwort liche Institution wie keine andere dazu berufen, Soldaten und Offentlichkeit zu staatsbürgerlichem Denken zu erziehen anderseits zeigt sich gerade bei der erst im Aufbau befindlichen Organisation, wie leichtfertig auf einfache, aber doch wirk same erzieherische Mittel verzichtet wird. Die Einstellung des Oster reichers zur Flagge prom für seine Einstellung zum Vaterland. Und tatsächlich mangelt es in Österreich am primitivsten Gefühl für eine würdige Handhabung der maatlichen Symbole Flagge ist Sym
Die Ursachen der Flaggemnisere
Nun braucht aber der Mensch Symbole un geistigen Bezichungen sinafälligen Ausdruck zu verleiben. Vom ersabensten Symbol, dem Kreuz Christi, bis zum Ehe ring spannt sich der weite Bogen fener Zeichen, die die Kirche bis herauf ins Zeitalter von Sichel und Hammer verwen det hat und auch nach einem allfälligen Streamlining ihrer Formen weiter an-
wenden wird. Die jedem Symbol bei sei ner Erstellung zugrunde gelegte rationale Vorstellung wandelt sich im Laufe der Zeit zum rein Gefühlsmäßigen ab und läßt so das betreffende Zeichen zu einem vor züglichen Instrument der Menschen-führung (und -verführung!) werden. Für die moralische Wirkung der Fahne gibt die Kriegsgeschichte bis in die Zeit der schnellfeuernden Infanteriewaffen cin be-redtes Zeugnis ab. Aber auch nach dem Übergang zur materialbestimmten Krieg führung spielen Fahne und Flagge eine Rolle denken wir nur an die Männer der Widerstandsbewegung, die unter der Führung von Dr. Jedlicka am 10, April 1945 auf dem Rathaus die rotweißrote Flagge hißten and so nicht nur eine wei-tere Zerstörung Wiens verhinderten, son-dern auch die Ehre der österreichischen Nation retteten. Eines der berühmtesten Bilder des zweiten Weltkrieges zeigt amerikanische Marinesoldaten beim Auf-richten des Sternenbanners auf Iwoschima. Freilich können Symbole auch mißbraucht werden. Noch ist uns der Flaggenkult Hitler-Deutschlands in deutlicher Er innerung. Die in jener Zeit erfolgte Übersättigung mit Fahnen. Standarten und anderen Symbolen ist auch der Hauptgrund für die ablehnende Haltung. die der Österreicher heute seiner Flagge entgegenbringe (Es scheint, daß das Wort selbst einen reichsdeutschen Beigeschmack erhalten hat!) Dazu kommt ein allgemei nes Gefühl der Unsicherheit gegenüber dem heute mehr als soziale Melkkuh
denn als Hoheitsträger empfundenen Staat. Auch wahltaktische Überlegungen spielen hier mit, so zum Beispiel die Streichung des Begriffes österreichische Nation” aus dem Wertschatz der OVP oder die Abneigung der Sozialisten gegen Rot-Weiß-Rot als den Farben der partei (und weiland der Vaterländischen Front!).
Möglichkeiten and Wege
Eine Besinnung auf die in diesem unseren herzeuropäischen Raum vorhandene oder sich aus Vorhandenem organisch bildende österreichische Substanz ist einer konti nentalen Einigung förderlich: die im Protocuropa des alten Österreich wur-zeinde und von dem Osterreicher Couden. hove-Calergi neu konzipierte paneuro-päische Idee kann aus dem heutigen Österreich neue Impulse empfangen und als geistiger Bindestoff dem wirtschaft lichen Kitt beigemengt werden, mit dem man den Erdteil jetzt zu einen trachtet Das diesiährige Zentralthema ist eine Ge legenheit hierfür, die nicht ungenützt blei ben sollte. Darüber hinaus wage ich die Behauptung, daß die altehrwürdigen Babenbergerfarben, wenn wir sie nur öfter und in würdiger Form der Kraft des Win-des und dem Spiel ihrer Falten übergeben. in vielen jungen und jugendlichen Herzen die Bereitschaft zu fruchtbringender Mit-gestaltung des inneren Lebens und der Sußeren Mission unseres Landes weeken werden.
Als Mitglieder österreichischer akademi seher Verbindungen sind wir CVer ver-
pflichtet, uns mit dem Problem der staats-bürgerlichen Erziehung auseinanderzu-setzen und in patriotischen Belangen ein Beispiel zu geben. Hierzu bedarf es eines mutigen Schrittes aus dem Getto: Vom Volk fürs Volk”, wie das Moto unserer VolksRugia” lautet, und im Volk zu wir-ken. Unsere richtige Einstellung zur Fahne und Flagge könnte ein Anfang – cin Anfang zumindest einmal zu einer fruchtbaren Diskussion sein. Hierzu mögen folgende Anregungen dienen:
Verband und Verbindungen berücksichti gen den Tag der österreichischen Falue” durch eine thematisch passende und wür dig gestaltere Veranstaltung an den 26. Okrober.
Jeder CVer sorgt in seinem Wolut and Arbeitsbereich durch sein Beispiel und sei-nen Einfluß für die Durchführung der Beflaggung in einer würdigen Form,
Bei Veranstaltungen, bei denen die Ver bindungs- oder Verbandsfahne gezeigt oder geführt wird, sorgt der Veranstalter für die gleichzeitige Anordnung einer rotweifroten Fahne oder Flagge. Eine solche soll darüber hinaus in ciner schlichten, aber gediegenen Aarsfälirteng das Jahr über das Verbindungsheim schmücken,
Der Gegenstand österreichische Flaggen-kande ist in den Fuchsenunterricht ein-zubauen und bei der Burschenprüfung zu berücksichtigen.
Das Forum der österreichiscren aca-demia” crarbeitet senter Mitwirkung aller interessierten Cartellbrüder eine Oster-reichische Flaggenordnung”. Im selben Maße, els ACADEMIA jedem demonstrativen Traditions-patriotismus innerhalb der brüchi-gen Mauern lokaler Beengtheit Be-rechtigung und Anerkennung ver-sagen muß, registriert sie mit Auf-merksamkeit des namentlich in der jüngeren Generation wach sende Bedürfnis nach stärkerer Wür-digung der Symbole unseres Staates. Mit einem einleitenden Aufsatz im Oktoberhejt 1962 („Die Schande Rot-Weiß-Rot”) hat ACADEMIA ein Thema angeschnitten, das diesmal mit einem Entwurf zu einer öster-reichischen Flaggenordnung fortge führt wird. Die als Autoren dieses Verordnungsentwurfes tätig getcor-denen Cartellbrüder stellen damit
schung. Chruschtichow hat sich lediglich an den Papst als Haupt des Varikanstaa tes und als tapferen Verfechter der Not wendigkeit des Weltfriedens gewandt. Die Sowjets sind Leninisten und werden es immer bleiben. Der Kommunismus und die Kirche sind zwei entgegengesetzte un vereinbare ideologische Auffassungen.” Adschubei muß es schließlich wissen.
Womit Cor Daim gezeigt werden soll, daß seine Betrachtung zu diesem Thema auf einer unfundierten Kenntnis des Marxis-mus-Leninismus beruht.
Schlußbemerkung
Der Rezensent bekennt sich affektiv blek-kiert: er meint nämlich, bei der gegen-wärtigen weltpolitischen Lage handle es sich nicht um intensive Kind-Vater-Spannungen mit Rein-Unzein-Akzent und ödipalem Frauenkampfmotiv, sendern um Spansungen, die aus dem Bestehen einer Weltmacht resakieren, die in Theorie und Praxis aus ihrer Verachtung für die Grundrechte des Menschen, aus ihrem militanten Atheismus und aus der Ab-sicht. ihre Errungenschaften der übrigen Welt nötigenfalls mit Gewalt aufzudrän-gen, nie ein Hehl gemacht hat.
Die Absicht der freien Welt, einer weite ren kriegerischen Ausbreitung dieser Ideelegie im Ernstfall mit Gewalt ent-gegenzutreten, nennt Cor Daim Kaltes Kriegskonzept. Angesichts von Lenins prophetischem Wort, die Kapitalisten würden den Kommunisten den Strick ver-kaufen, an dem diese die Kapitalisten später erhängen, scheint dem Rezensen-ten dieses Neutralistische Konzept be-denklich. und er fühlt sich in der Tat an seinem ideologischen Lebensnerv getrof-fen, wenn auch, ach, nicht erlegt. sowohl Thema als auch Inhalt zur Diskussion.
1. Grundsätzliches
1. Die Flagge der Republik Österreich besteht aus drei gleich breiten, waag rechten Streifen, ven denen der mittlere weiß, der obere und der untere rot ist. Die Breite der Flagge verhält sich zu ihrer Länge wie zwel zu drei.
2. Die rotweißroten Flaggen und Fahnen. die von staatlichen Behörden, Einrich tungen und Anstalten geführt werden, zeigen im Mittelfeld das Wappen der Republik. Andere Personen oder Perso nengruppen bedürfen ner Führung des Staatswappens auf Flange oder Fahne einer Genehmigung des Bundeskanzler amics
3. Flagge und Fahne sind in ihrer Dar stellung allgemein bekanntgemachte Sym bole für einen Staat, eine internationale Organisation eder eine sonstige Körper-schaft. Als solche sind sie mit Achtung zu behandeln.
4. Die Flagge wird grundsätzlich von cinem Mast gezeigt, an dem das Flaggen tuch gehißt und eingeholt werden kann. Die Fahne besteht aus einem Schaft und einem ständig daran befestigten Fahnen tuch. Sie wird in der Regel getragen und karm kirchlich geweiht werden.
11. Befloggingen und Hissen der Flagge
1. Im gesamten Bandesgebiet ist in den Farben Rot-Weiß-Rer zu flaggen:
a) am 1. Mai und am 26. Oktober.
b) an allen von der Bundesregierung be sonders bestimmten Tagen
2. Die Hauptgebäude aller staatlichen Dienststellen sind täglich zu beflaggen.
es sei denn, die betreffende Behörde ist nicht anwesend.
An Tagen, an denen die Wahl des Bun-despräsidenten, die Wahl der Abgeord neten zum Nationalrat oder eine Velks-abstimmung stattfindet, sind die Wahl-lokale zu beflaggen.
la den Schulen und Hochschulen sind die österreichischen Farben an allen Unter-richtstagen in geeigneter Form zu zeigen. 3. Die Nationalflagge ist so zu hissen, daß ihre Streifen mit dem Mast einen rechten Winkel bilden. Die Höhe des Mastes sell etwa die fünffache Breite der Flagge betragen. Die Flagge wird zügig pchißt und in gemessenem Tempa einge zogen. Zur Schonung der Flagge ist es ge bräuchlich, diese bei Unwetter oder lange anhaltendem Regen ohne besonderes Zere-moaiell einzuholen. Es ist stets darauf zu achten, daß Flagge und Fahne einen an gemessenen Abstand vom Boden einhal ten.
4. Die Flagge wird auf Gebäuden und ortsfesten Flaggenmasten im Freien nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gezeigt. Bei feierlichen Anlässen kann die Flagge auch während der Nachtstunden gehißt werden, jedoch ist für eine ent sprechende Beleuchtung zu sorgen.
III. Resgordating
1. Rei Umzügen oder Aufmärschen mar schiert die österreichische Fahme an der Spitze, jedoch immer nach einer eventuell teilnehmenden Musikkapelle. Bei Veran staltungen, bei welehen sie gleichzeitig mit nur einer anderen Fahne getragen wird, befindet sie sich rechts von dieser. In cinem solchen Fall wird die andere Fahne gleich der österreichischen getra-gen. Wenn die rotweißrote Fahne von zwei eder mehreren Fahnen begleitet wird. wird sie so in der Mitte vorangetragen, daß sie sich deutlich von jenen abhebt. Das Mitführen mehrerer österreichischer Fahnen durch eine Gruppe ist unzulässig 2. Bei religiösen Umzügen und Veranstal nungen gebähet den kirchlichen Fahnen der Ehrenplatz. In Kirchen nimmt die österreichische Fahne auf der vom Altar aus gesehenen rechten Seite Aufstellung
3. Werden die rotweißroten Farben zu sammen mit einer zweiten Fahne oder Flagge an einer Wand befestigt, so befin den sie sich zum Beschauer gesehen rechts.
4. Werden die Flaggen zweier oder meh reter Staaten gemeinsam gehift, erfolgt dies in der gleichen Größe und Höhe und an getrennten Masten. Die österreichische Flagge weht, in Richtung zum Beschauer gesehen, steis rechts außen, gefolgt von den Flaggen etwaiger vertretener inter nationaler Organisationen und den Flag gen der anderen vertretenen Staaten in der bei den Vereinten Nationen üblichen Reihenfolge.
5. Die österreichische Flagge hat bei Hissung mit anderen als Nationalflaggen stets in der Mitte und höher zu wehen. Sie wird als erste gehißt und als letate eingeholt.
IV. Ehrenbezeugungen
1. Den Farben Rot-Weiß-Rot ist in allen. Fällen jene Achtung entgegenzubringen, die ihnen als dem Symbol des Vaterlandes gebührt.
2. Während des Hissens und des Ein holens der Nationalflagge erhebt sich der Osterreicher oder hält in der Bewegung
inne, wendet sich zum Flaggenmast und verfolgt schweigend den Vorgang. Solda-ten und Angehörige der Exekutive in Uni-form leisten die militärische Ehrenbezeu gung: Männer in Zivilkleidung nclumen die Kopfbedeckung ab. Dem Ausländer gebietet es die Hällichleit, sich ebenso zu verhalten, In gleicher Weise wird die österreichische Falune im Augenblick ibres Verbeimatsches oder während sie in einen Rawn getragen wird begrüft.
3. Wird die österreichische Bundeshymne gespielt. ohne daß eine Flagge oder Fahne vorhanden ist, gelten die oben genannten Regeln sinngemäß während der gesamten Dauer der Hymne. Die Anwesenden wen-den sich zur Musik.
4. Die österreichische Fahne wird ge senkt:
a) Ver dem Allerheiligsten,
b) vor dem Bundespräsidenten und aus ländischen Staatsoberhauptern, wenn diese die Front abschreiten.
) beim katholischen Gottesdienst zur Wandlung und zum sakramentalen Segen. d) bei bei dem Lied Ich hatt einen Kame raden und bei der Versenkung eines Sarges.
V. Flaggentrauer
1. Soll bei Nationaltrauer oder in son stigen Traverfällen die Flagge auf Halb mast gehißt werden, so wird sie zuerst bis zur Spitze gehiße und nach einem kurzen Verweilen auf die halbe Masthöhe ge senkt. Wenn die auf Halbmast gesetzte Flagge eingeholt wird, ist sie neuerlich bis an die Spitze zu hissen und dann einzuzie hen. Am Beisetzungstage wird die Flagge zuerst auf Halbmast gesetzt: nach der Beerdigung jedoch auf Vollmast gehiûr. wo sie bis zum Sennenuntergang verbleibe.
2. Zum Ausdruck det Trauer wird dis Österreichische Fahne mit einem schn Zentimeter breiten, in der Breine der Fahne langen und in zwei Bändern aus einer Schleife fallenden schwarzen Crépe Flor versehen.
VI. Verwending für Dekoratiouszwecke
1. Die Verwendung des Flaggentuches in geraffter Form für Drapicrungen oder Girlanden ist unstatthaft. desgleichen seine Anordnung an der Decke cines Raumes.
2. Wird das Flaggentoch allein verwen-det, sind die Streifen waagrecht und der Steff faltenlos anzuerdoen. Das Schmük ken eines Rednerpultes durch Überdecken mit einem Flaggentoch ist unzulässig. Als Symbol des Vaterlandes steht zur Rech ten des Redozes eine vonweibrote Fahne oder es wird das Flaggentoch hinter und über dem Platz des Sprechers eben an der Wand befestigt.
A. Bei der Enthüllung eines Standbildes oder Denkmals ist die Einbeziehung der Nationalflagge in die Feier wünschens wert, doch darf das Flaggentuch nie als Hölle verwendet werden.
4. Ein Sarg kann, wenn er die sterblichen. Überreste einer Persönlichkeit des öffent lichen Lebens oder eines im Einsatz für das Vaterland Verstorbenen enthält, mit einem Flaggentuch überdeckt werden. Dieses ist se aufzulegen, daß über den Deckel des Sorges der weiße Streifen in der Längsrichtung zu liegen kemmt. während die roten Streifen die Seiten be-decken.
5. Es ist unitatthaft, die Farben Öster reichs für Reklamezwecke zu verwenden. Das Anbringen von Inschriften. Zeich nungen und Bildern aller Art auf öster reichischen Flaggen eder Fahnen ist ver-boten, desgleichen die Verwendung der Nationalfarben auf Gegenständen, die nach Gebrauch wertlos werden.
6. Wean die Farben Österreichs in Form von Wimpeln an Fahrzeugen geführt wer-den, so ist auf eine sichere Befestigung und darauf zu achten, daß eine Ver-schmutzung möglichst verhindert wird. 7. Alte, ausgebleichte, verschlissene oder sonst unansehnlich gewordene Flaggen tücher sind zu vernichten.

