2008 CV Umfrage Rd 5 S.

Die durchleuchteten CVer
Die Diskussion darüber, ob im CV eine Meinungsbefragung durch-geführt werden soll, wird sich in Kürze von selbst erledigt haben. Nach der bahnbrechenden Arbeit Bajuvarias liegt nunmehr das Er-gebnis einer umfangreichen Studie bei Rudolfina vor, Carolina und Danubia denken ebenfalls an verbindungseigene Erhebungen. Die im Mai bei Rd durchgeführte Umfrage erbrachte eine Beteili-gung von 52,9%, wobei etwa 75% der Studierenden und knapp 50% der Alten Herren den aus 30 Fragen bestehenden Fragebogen ein-sandten. Die 253 eingelangten Antworten wurden auf Lochkarten übertragen und durch Computer nach insgesamt 25 Untergruppen (Status in der Verbindung, Wohnort, Beruf, Alter, Einkommen) ausgewertet. Bei vielen Resultaten zeigte sich eine deutliche Korrelation der Antworten mit dem Alter der Befragten, so etwa in der Begründung für den Beitritt zum CVs je jünger die Gruppe, unso weniger oft wird das Prinzip Katholizität als Beitrittsmotiv genannt. Umso höher aber der Prozentsatz derer, die sich Bildungs-veranstaltungen als Schwerpunkte im Verbindungsprogramm wünschen. Neben einer Reihe verbindungsinterner Fragestellungen enthielten
die Fragebogen einige Punkte, deren Beantwortung gerade weil
sie von Angehörigen einer doch als eher “konservativ” geltenden
Korporation stammen für aktuelle Verbandsthemen interessant sind. In den folgenden Tabellen bezeichnet die erste Kollonne das Gesamtergebnis; es folgen die Grappen jüngere Aktive, ältere Aktivitas, Wiener Alte Herren, auswärtige Alte Herren. In keiner Gruppe wird die 10%-Marke für das Abschaffen der Farben erreicht, wohl aber sprechen sich viele Einsender für eine An-passung des Couleurs en die heutige Zeit aus. Ähnlich liegt die Meinung hinsichtlich der Reduktion des Kneipkomments. Um vieles bedeutsamer freilich erscheinen die Ergebnisse der drei “heißen Eisen”: Protestanten, Ausländer, Mädchen. Nur 44,3% (Aktivángs:25%)
Bfirechen sich für die “rein katholische Verbindung” aus. Mit Aus-nahme der besonders traditionell denkenden Wiener Alten Herren findet sich bereits eine leichte Mehrheit zur Rezeption nichtdeutscher Ausländer bereit und auch der “reine Männerbund” wird massiv nur mehr in diesem Segment vertreten. Unter den Wiener Philistern kommt auch die “Academia” am schlechtesten weg wenn auch die Schulnoten 4 und 5 von nicht mehr als 40% gegeben werden.
Überrascht hat der hohe Prozentsats, zu dem die jungen Bundesbrüder SPO (vor allem aber FPÖ) für CVer für wählbar halten. Nun, sie halten ja schließlich auch den CV für alles andere als ein
“bewahrendes Element” auf Hochschulboden.
Mit dem Eingeständnis, daß nur etwa die Hälfte der Studierenden und ärdiViertel der Alten Herren jeden Sonntag zur Messe gehen, dürfte ebenfalls eine für manche vielleicht unerwartete Infor-mation gegeben worden sein.
Das erbrachte Material fordert zu intensiver Selbstreflexion heraus.