“Land der Berge, Land am Strome …”
von Peter Diem
https://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Symbole/Bundeshymne
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges blieb Österreich rund eineinhalb
Jahre ohne Hymne; man hatte andere Sorgen. Als am 29. April 1945
anlässlich der Proklamation der Unabhängigkeit Österreichs vor dem
Parlament Musik erklang, musste der Donauwalzer als „heimliche Hymne”
Österreichs herhalten.
„Ein Lied hymnischen Charakters, das den neuen österreichischen
Bundesstaat und seine Menschen im In- und Ausland sowohl textlich als
auch musikalisch würdig zu repräsentieren vermag” – das war der
Gegenstand des Preisausschreibens, das der Ministerrat ein Jahr nach
Kriegsende, am 9. April 1946, inmitten einer zerstörten Stadt, in einem
geteilten Land, veranstaltete.
Man hatte offenbar aus der Geschichte gelernt und die Wichtigkeit dieses
nationalen Symbols erkannt. Unterrichtsminister Dr. Felix Hurdes, erster
Generalsekretär der Österreichischen Volkspartei (ÖVP), berichtete, dass
die Weiterverwendung der Haydn-Melodie im Ausland als Provokation
empfunden werden müsse und daher eine neue Volkshymne notwendig
sei. Teilnahmeberechtigt waren alle Bundesbürger mit Ausnahme der
ehemaligen NSDAP-Mitglieder (ungefähr 524.000 Personen). Als erster
Preis waren 10.000 Schilling ausgesetzt, angestrebt wurde eine
dreistrophige Hymne. Einsendeschluss war der 30. Juni 1946.
Innerhalb der zehn zur Verfügung stehenden Wochen langten etwa 1800
Vorschläge ein, aus denen 200 in die nähere Wahl gezogen wurden. Sehr
viele der eingesandten Texte hatten stark religiös bestimmten
Charakter. 29 Vorschläge wurden am 14. Oktober 1946 im Kammersaal
des Wiener Musikvereins unter Mitwirkung von Staatsopernsängern und
Burgtheater-Schauspielern zur Entscheidung vorgetragen. Die 24-köpfige
Jury bestand aus Vertretern von Kunst und Wissenschaft sowie der
Bundesländer. Die zu vergebende Höchstzahl an Punkten betrug 120. Das
Freimaurer-Bundeslied „Brüder reicht die Hand zum Bunde” ‘erhielt
107 Punkte, gefolgt von Kompositionen mit 76 und weniger Punkten. Unter
den eingesandten Texten führte der abgeänderte Text Ottokar Kernstocks
„Sei gesegnet ohne Ende . . .” mit 78 Punkten.
Aufgrund der Jury-Entscheidung beschloss der Ministerrat am 22. Oktober
1946, das „Bundeslied”, das man ohne Einschränkung als Werk Wolfgang
Amadeus Mozarts auffasste, zur neuen Bundeshymne zu erklären.
Die „Wiener Zeitung” berichtete am 23. Oktober 1946 in einem
redaktionellen Einspalter auf Seite 1 unter anderem über:
Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Bulgarien.
Schwierigkeiten bei der Versorgung der Zeitungen mit Rotationspapier.
Gesetz über die Verwertungsgesellschaften.
Einführung des Kulturschillings bei der Rundfunkgebühr.
Mozarts Bundeslied wird künftige Volkshymne.
So beiläufig erfuhren die Österreicher, was sie in der Zweiten Republik zu
feierlichen Anlässen hören und singen würden. Über den Text war man
noch nicht einig und trat daher am 20. November 1946 an neun
Teilnehmer des Preisausschreibens, darunter Paula Grogger, Alexander
Lernet-Holenia und Paula von Preradović, heran, nochmals einen Text
vorzulegen. Man entschied sich für eine leicht veränderte Version des
ursprünglichen Vorschlages von Paula von Preradović.
Der ursprüngliche Text lautete wie folgt:
Land der Berge. Land am Strome,
Land der Äcker, Hämmer, Dome,
Arbeitsam und liederreich.
Großer Väter freie Söhne,
Volk, begnadet für das Schöne,
Vielgerühmtes Österreich.
Heiß umfehdet, wild umstritten
Liegst dem Erdteil du inmitten,
Einem starken Herzen gleich.
Hast seit frühen Ahnentagen
Hoher Sendung Last getragen,
Vielgeprüftes Österreich.
Aber in die neuen Zeiten
Sieh uns festen Glaubens schreiten,
Stolzen Muts und hoffnungsreich.
Laß in brüderlichen Chören,
Vaterland, dir Treue schwören,
Vielgeliebtes Österreich.
Die „Wiener Zeitung” vom 26. Februar 1947 berichtete darüber auf Seite 2, am Ende ihres Berichtes über den Ministerrat des Vortages (nach
Beschlüssen über den Beginn der Sommerzeit, und die Neufestsetzung der
Salzpreise u.a.) mit folgenden Worten:
“Text der Bundeshymne genehmigt
Vor Beginn des Ministerrates war im Bundeskanzleramt ein kleiner Chor
der Wiener Sängerknaben unter der Leitung von Hofrat Schnitt erschienen,
der den versammelten Regierungsmitgliedern die neue österreichische
Bundeshymne nach den beiden Texten von Paula Preradović und Dr.
Siegmund Guggenberger vortrug. Der Ministerrat beschloss, den Text der
Dichterin Paula Preradović nach Vornahme einiger kleiner textlicher
Änderungen als offiziellen Text der österreichischen Bundeshymne zu
genehmigen.
Die Textmodifikationen haben in der Tat eine entscheidende Verbesserung
gebracht:
Land der Berge, Land am Strome,
Land der Äcker, Land der Dome,
Land der Hämmer, zukunftsreich!
Heimat bist du großer Söhne,
Volk, begnadet für das Schöne,
Vielgerühmtes Österreich,
Vielgerühmtes Österreich.
Heiß umfehdet, wild umstritten,
Liegst dem Erdteil du inmitten
Einem starken Herzen gleich.
Hast seit frühen Ahnentagen
Hoher Sendung Last getragen,
Vielgeprüftes Österreich,
Vielgeprüftes Österreich.
Mutig in die neuen Zeiten,
Frei und gläubig sieh uns schreiten,
Arbeitsfroh und hoffnungsreich.
Einig lass in Brüderchören,
Vaterland, dir Treue schwören.
Vielgeliebtes Österreich,
Vielgeliebtes Österreich.
Mit dem Musikarrangement wurde 1947 Max Schönherr beauftragt (siehe
diesen und Musikbeispiel).
• Offizielle Instrumentalversion (mit Gebärdensprache) und
Chorversion, © parlament.gv.at
• Österreichische Bundeshymne (drei Strophen, frisch a capella
gesungen)
• Österreichische Bundeshymne (drei Strophen, Chor des
Musikgymnasiums Wien), © www.mediathek.at
• Österreichische Bundeshymne (drei Strophen, Tag der Fahne 1956,
Parlament/Musikrechte Sessler-Verlag)
• Österreichische Bundeshymne (erste Strophe, künstlerische
Version – zwei Soprane)
• Erste Strophe der Bundeshymne (Chor Jung Wien)
Musikalisch ist die österreichische Bundeshymne wie folgt zu qualifizieren:
Der feierliche Charakter der siebenzeiligen Melodie entsteht durch den
langsamen Dreiertakt, besonders durch die halbe Note, mit der jede neue
Phrase beginnt. Die kurze Modulation in C-Dur an der Textstelle „Land der
Hämmer, zukunftsreich!” (3. Melodiezeile) drückt die Hoffnung auf die
Zukunft aus – im Text des ursprünglichen Bundesliedes hieß es an dieser
Stelle: „führ uns hin zu lichten Höh’n”, das ist ebenfalls eine
zukunftsgerichtete Aussage. Die Dur-Tonart unterstreicht den positiven
Inhalt.
Paula von Preradović, die Textdichterin, wurde am 12. Oktober 1887 in
Wien als Tochter eines Marineoffiziers und Forschers geboren. Ihr
Großvater war der kroatische Nationaldichter und k. u. k. General Petar
von Preradović. Paula wuchs in Istrien und Dalmatien auf. 1914 nach
Wien zurückgekehrt, heiratete sie den späteren Wiederbegründer und
Herausgeber der „Presse”, Dr. Ernst Molden. Paula von Preradović trat
schon 1929 mit dem Lyrik-Band „Südlicher Sommer” hervor. Sie
veröffentlichte zahlreiche Werke – Lyrik, Romane, Novellen. Gemeinsam
mit ihrem Mann geriet die strenge Katholikin wegen ihrer kritischen
Einstellung zum Nationalsozialismus in den letzten Kriegsmonaten in
Gestapo-Haft. Die Dichterin starb am 21. Mai 1951; ihr Ehrengrab auf dem
Wiener Zentralfriedhof liegt in Gruppe 32C/42.
Einer ihrer beiden Söhne, Fritz P. Molden, berichtete über die näheren
Umstände der Entstehung der österreichischen Bundeshymne:
“Mama war von diesem Hymnenauftrag nicht sonderlich begeistert. Nicht
nur hatte sie nie an irgendwelchen Wettbewerben teilgenommen, sie hatte
auch keine Beziehung zu dem getragenen Versmaß, das für die
vorliegende Melodie notwendig war. Überdies hatte sie genügend anderes
zu tun, arbeitete an ihrem neuen Romanzyklus und dachte, es würde schon
jemand anderer einen geeigneten Text einschicken. Aber Hurdes ließ nicht
locker und nach mehrmaligem Urgieren setzte sich Mama hin und verfaßte
eines Nachmittags einen Entwurf. Diesen las sie uns am selben Abend vor,
und die männlichen Familienmitglieder befanden ihn fiir geeignet, obwohl
weder Mama noch wir der Meinung waren, dass er ausgewählt werden
würde…”
Fritz Molden, Fepolinski und Waschlapski auf dem berstenden Stern, a.
a. O., 445 f.
Vgl. hierzu auch die Darstellung bei Hugo Portisch, Österreich II – Der
lange Weg zur Freiheit. Wien 1986. Portisch weist darauf hin, dass beim
Fußball-Länderspiel 1946 gegen Frankreich noch „O du mein
Österreich” als „Ersatzhymne” intoniert wurde.
Als die Dichterin von Unterrichtsminister Hurdes persönlich erfahren hatte,
dass ihr Text ausgewählt worden war, improvisierten der Gatte und die
Söhne ein kleines Fest, denn „man hat ja nicht alle Tage jemanden in der
Familie, der den Text der Bundeshymne geschrieben hat”. Frau Preradović
setzte sich ans Klavier und sang den Ihren die erste Strophe vor. Darauf
fiel den beiden Söhnen Otto und Fritz Molden nichts Besseres ein, als den
Text sogleich zu persiflieren. Schon nach zehn Minuten hatte der spätere
Zeitungszar und Erfolgsverleger Fritz Molden sein Spottgedicht
fertiggestellt (wir vergessen nicht: kein österreichisches Staatssymbol ohne
wenigstens eine kleine Herabsetzung!):
Land der Erbsen, Land der Bohnen,
Land der vier alliierten Zonen,
Wir verkaufen dich im Schleich,
Vielgeliebtes Österreich!
Und droben überm Hermannskogel
Flattert froh der Bundesvogel.
In den Wiener Schulen war in den Jahren darauf der Text „Land der
Erbsen, Land der Bohnen, Land der vier alliierten Zonen” sehr populär, wie
der Verfasser, Maturajahrgang 1955, aus eigener Erinnerung weiß.
Ehrengrab der Dichterin auf dem Wiener Zentralfriedhof –
Die neue Bundeshymne hatte beträchtliche Anlaufschwierigkeiten.
Obwohl ihr Text zweifellos auf die Situation der Zweiten Republik passte
und das Wesen Österreichs gut umschrieb, konnte sich die Melodie nur
schwer durchsetzen. Haydn-Nostalgie machte sich breit. Aufgrund
zahlreicher Stimmen, insbesondere aus den westlichen Bundesländern, die
sich für die Wiedereinführung der Haydn-Hymne aussprachen, machte
Felix Hurdes am 2. Mai 1951 einen Vorstoß im Ministerrat. Derselbe Felix
Hurdes, der 1946 die Haydn-Melodie als „Provokation” bezeichnet hatte,
verwies darauf, dass sich der damals bereits verstorbene
Bundespräsident Dr. Karl Renner schon im Februar 1946 für die HaydnMelodie ausgesprochen hatte. Sechs Jahre nach dem Krieg könne man die
Reminiszenz des „Deutschlandliedes” als überholt betrachten. Außerdem
sei bekannt geworden, dass die deutsche Bundesregierung auf die
Wiedereinführung der Haydn-Melodie verzichten werde. Diese Information
war insofern nicht ganz falsch, als das Bundespräsidialamt am 19. April
1950 erklärt hatte, die Bestimmung einer Nationalhymne gehöre zum
Prärogativ des Bundespräsidenten. Diese Erklärung war abgegeben
worden, weil Bundeskanzler Konrad Adenauer am Tag davor in Berlin die
dritte Strophe des Deutschlandliedes angestimmt hatte, Bundespräsident
Theodor Heuss aber für ein anderes Lied eintrat (vgl. den Beitrag über das
Deutschlandlied). Hurdes setzte sich mit seinem Antrag im Ministerrat nicht
durch. Die neue Hymne wurde zwar im Haydn-Jahr 1959 erneut in Frage
gestellt, doch zeigten die Regierungsparteien keinerlei Lust mehr, die
Frage neu aufzurollen.
Ein von den Erben der Dichterin des Hymnentextes, Otto und Fritz
Molden, 1992 gegen die AKM (Gesellschaft der Autoren, Komponisten und
Musikverleger) angestrengter Prozess, in dem Tantiemen in Millionenhöhe
gefordert wurden, ging Mitte 1994 mit einem abschlägigen Urteil zu Ende.
Das Gericht wies darauf hin, dass Paula von Preradović ein Preisgeld von
S 5.000.- mit der Auflage erhalten habe, damit „sämtliche Urheberrechte
dem österreichischen Bundesstaat abzutreten”. So begann sich „Land der
Berge” weiter durchzusetzen. Es gibt auch einen slowenischen Text, von
dem allerdings nur die erste Strophe aufzutreiben war:
Hrabro v novi čas stopimo,
prosto, verno, glej, hodimo;
upa polrti, delavni.
Bratski zbor prisega hkrati,
domovini zvestobo dati.
Ljubljena nam Avstrija,
ljubljena nam Avstrija.
Eine halboffizielle Übersetzung ins Englische
Land of mountains, land of rivers,
Land of tillage, land of churches,
Land of iron, land of promise.
Motherland of valiant sons,
People blessed with beauty’s grace.
Austria of fair renown!
Place of feuds and bitter strife
At the very heart of Europe;
Heart that beats with courage high.
You have born since times ancestral
Burdens of a noble mission,
Austria, sorely tried and tested!
See towards the new age dancing
Firm in faith and free with march,
with joy in work and hopeful hearts.
To thee, oh fatherland united,
Loyalty we pledge as brothers.
Austria, our much beloved!
Der Komponist der österreichischen Bundeshymne heißt
Johann Holzer
Den Siegeszug der neuen Hymne konnte auch der Umstand nicht
bremsen, dass sich immer mehr herausstellte, dass die Melodie nicht von
Mozart, sondern weit eher von dem 1753 in Korneuburg geborenen und
1818 in Wien verstorbenen bescheidenen „Ciaviermeister” Johann
Hol(t)zer stammt, der so etwas wie „Hauskomponist” seiner
Freimaurerloge „Zur Wahren Eintracht” war. W. A. Mozart war seit 5.
Dezember 1784 Angehöriger der Loge „Zur Wohltätigkeit” und als solcher
häufig Gast in der „Wahren Eintracht”, jener Loge, die unter Ignaz von
Born und Joseph von Sonnenfels vor allem bedeutende Gelehrte und
Künstler, darunter Joseph Haydn, anzuziehen vermochte. In der „Wahren
Eintracht” erlangte Mozart auch am 7. Jänner 1785 den Gesellengrad.
Neunzehn Tage vor seinem Tod am 5. Dezember 1791
komponierte Wolfgang Amadeus Mozart sein letztes vollendetes Werk,
die bekannte „Freimaurerkantate”, KV 623. Sie wurde aus Anlass der
Tempelweihe für die Loge „Zur neugekrönten Hoffnung” – eine der beiden
nach dem Freimaurerpatent Josephs II. vom 11. Dezember 1785 noch
zulässigen Wiener Logen – unter Mozarts Stabführung aufgeführt. Die
Partitur dieser Kantate wurde am 14. November 1792 vom „k. k. privil.
Buchdrucker Joseph Hraschansky, Wien, Strauchgässel”, „zum Vorteil
seiner Witwe und Waisen” in zwei unterschiedlichen Varianten
herausgebracht. Die erste Ausgabe besteht nur aus der Freimaurerkantate,
anderen Exemplaren ist aber noch das Kettenlied „Lasst uns mit
geschlungnen Händen” (KV 623 a) beigebunden. Die erste Ausgabe war
offenbar für die breite Öffentlichkeit bestimmt, die zweite wohl für einen
engeren Kreis von Logenbrüdern. Eine Originalhandschrift Mozarts für das
spätere „Bundeslied” (1805, Text: Franz Gerhard Wegeier) existiert
nicht, es findet sich diesbezüglich auch keine Eintragung in Mozarts
eigenhändigem Werkverzeichnis. Beide Umstände gelten als wichtige
Indizien dafür, dass die Melodie der Bundeshymne nicht von Mozart
stammt. Johann Holzer hinterließ eine Anzahl Lieder überdurchschnittlicher
Qualität. Sein Freimaurerlied „Im Namen der Armen” (um 1784) zeigt eine
so starke strukturelle Ähnlichkeit mit dem ebenfalls dreiteiligen „Kettenlied”
(ca. 1791) – also der Melodie der heutigen österreichischen Bundeshymne –
, dass für Experten kaum mehr ein Zweifel an seiner Autorenschaft besteht.
Musikwissenschaftliche Beweise:
Nach einer Mitteilung des Musikwissenschaftlers Rudolf Klein vom 6. 12.
1985 an den Verfasser ist auch folgendes besonders auffällig: Harmonisch
und melodisch völlig gleichartig tritt im jeweils achten und neunten Takt des
„Armenliedes” wie des „Kettenliedes” ein „Querstand” der Töne „es” und
„a”, also eine in der strengen Harmonielehre verpönte verminderte
Quint auf. Das spricht durch die Parallele sehr für Holzer und durch den
Regelverstoß sehr gegen Mozart. Weiters spricht gegen eine Autorenschaft
Mozarts, dass im „Armenlied” zweimal zwei, im „Kettenlied” sogar einmal
vier Instrumentaltakte zur Überbrückung von Textlücken eingeschoben
werden, bei so kurzen Stücken ein „Unding” für ein musikalisches Genie
wie Mozart. Schließlich hätte sich Mozart – wäre er der Komponist gewesen
– einem sehr gängigen 3/4-Liedstil anschließen müssen, was man bei
seiner sonstigen Meisterschaft in der musikalischen Wiedergabe
freimaurerischen Gedankengutes praktisch ausschließen kann.
Auch der Wiener Musikpädagoge Helmut Reichenauer führt einen
musikwissenschaftlichen Indizienbeweis gegen Mozart und für Holzer:
Der Übergang von Takt 8 zu Takt 9 (“Land der Hammer…”) konfrontiert den
Hörer bzw. den Sänger mit einem großen Sekundschritt, der das
harmonische Geschehen drei Takte lang quälend beherrscht, bis er endlich
von der ursprünglichen Tonika in die Dominante wechselt. Ein solcher
Sekundschritt ist kompositionstechnisch bestenfalls als kurzer Vorhalteton
im Rahmen einer Modulation sinnvoll, nicht jedoch als bestimmendes
Element drei Takte lang (noch dazu auf einem schweren Taktmetrum!).
Natürlich kann man so komponieren, wenn man keine besonderen
musikästhetischen Ansprüche stellt, aber Mozart, der unbestrittene Meister
vollendeter Harmonien, hätte so etwas sicherlich nie geschrieben. Daher
glaube auch ich, dass der brave und bemühte Liederschreiber Holzer als
Urheber des Bundesliedes zu bezeichnen ist.
Wirklich beweisen kann man es nicht. Aber man kann die Probe aufs
Exempel machen: Man ersuche eine beliebige Person, die Bundeshymne
etwas länger als 8 Takte vorzusingen. Der Vortragende (wenn er nicht
zufällig Opernsänger oder geschulter Chorsänger ist) wird garantiert bei
Takt 9 einen falschen Ton singen, weil der große Sekundschritt an dieser
Stelle nicht hineinpasst.
Trotz immer wieder auftauchender Vorschläge, zur alten Haydn-Hymne
zurückzukehren, hat sich die Bundeshymne der Zweiten Republik
durchgesetzt. Das ORF-Fernsehen begann seinen Sendetag bis zur
Einführung des 24-Stundenbetriebs am 6.3.1995 mit der Bundeshymne.
Auch das Radioprogramm Österreich 1 (Ö1) beendete sein Programm von
1.10.1967 bis 1.5.1990 mit der Bundeshymne. Nicht nur Schüler und
Politiker können den Text zumindest der ersten Strophe auswendig singen,
sondern auch schon Fußballer und Fußballfans, wie sich bei der EURO
2008 gezeigt hat. Dennoch bleibt festzuhalten, dass das Staatssymbol
„Nationalhymne” im gesamten deutschen Sprachraum bis auf den heutigen
Tag nicht ohne Probleme ist:
– In Westdeutschland dürfen zwei von drei Strophen der offiziellen
Nationalhymne nicht gesungen werden.
– In der ehemaligen DDR war der Text der eigenen Nationalhymne von
1972 bis 1990 verboten.
– In Österreich stand der Komponist lange Zeit nicht fest. Weiter war der
gesetzliche Status der Bundeshymne bis 2011 nicht geklärt, ihr Schutz war
daher ohne wirkliche Grundlage.
– In der Schweiz ist die Hymne wegen der zahlreichen religiösen Elemente
ihres Textes umstritten.
Eine ausführliche Darstellung des Werdens der österreichischen
Bundeshymne finden Sie hier
Sollen die Töchter in die Hymne?
Immer wieder kommt es zu Diskussionen, ob nicht auch
die Töchter Österreichs in der Hymne genannt werden sollten.
Bundesministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) trat im September 2005 mit
dem Vorschlag an die Öffentlichkeit, die Bundeshymne abzuändern. Sie
sehe darin eine Diskriminierung der Leistungen der Frauen. Diesen
Vorschlag wollte sie in ihrem letzten Parlamentsauftritt am 8. Juli 2011
wiederholen, wurde aber durch einen Filibuster ihrer eigenen (männlichen)
Klubkollegen daran gehindert. Sie brachte den Antrag mit Hilfe von
Kolleginnen aus SPÖ und Grünen schriftlich ein.
Statt “Heimat bist Du großer Söhne” solle es künftig “Heimat großer
Töchter, Söhne” heißen. Statt “Einig lass in Brüderchören, Vaterland Dir
Treue schwören” solle in Zukunft folgendes gesungen werden: “Einig lass
in freud’gen Chören, Heimatland Dir Treue schwören”.
Frauenministerin Heinisch-Hosek (SPÖ) griff das Thema auf und trat im
Jänner 2009 mit Ihrem Wunsch an die Öffentlichkeit, die Österreichische
Bundeshymne “zu gendern”, also den männlichen und weiblichen Teil
gleich zu erwähnen. Diesen Wunsch zog Heinisch-Hosek am 26.1.2010 vor
dem Ministerrat wieder zurück, da es seitens des Regierungspartners ÖVP
keine Zustimmung gab.
In der Folge wurde die aus Oberösterreich stammende
Popsängerin Christina Stürmer von Unterrichtsministerin Claudia Schmied
(SPÖ) beauftragt, als Werbegag für eine Bildungskampagne eine kurze
Rock-Version der Bundeshymne unter Einschluss eines Hinweises auf
die Töchter zu singen. Obwohl von manchen begrüßt, wurde dieser
Versuch doch mehrheitlich abgelehnt.
Rockversion der Bundeshymne, gesungen von Christina Stürmer
Das OLG Wien wies die gegen die Textänderung erhobene Klage
ab Urteil
Der Oberste Gerichtshof hat dieses Urteil bestätigt.
Der Gesetzwerdungsprozess der Bundeshymne mit dem neuen Text “Töchter und
Söhne”
Der Gesetzgeber (die drei Frauenrechtlerinnen, die den Initiativantrag
einbrachten) hat es nicht der Mühe wert befunden, den Namen der Autorin (eine
Frau!) des Textes der Bundeshymne zu erwähnen!
Eine Textänderung nach sechs Jahrzehnten wäre keine Tragik gewesen! (Essay)
Prinzipiell war gegen eine Änderung des Hymnentextes nichts einzuwenden. Allein
die Modifikationen des Originaltextes (siehe oben) nach der grundsätzlichen
Annahme des Textes von Paula von Preradović sind ein Beweis dafür, dass ein
Gedicht- oder Hymnentext nicht sakrosankt ist. So wurde ja auch die
altösterreichische “Volkshymne” des Öfteren den jeweiligen dynastischen
Gegebenheiten angepasst. Doch müsste eine Änderung inhaltlich passen, dem
Rhythmus des Liedes entsprechen, vor allem aber
auch sprachlich/grammatikalisch einwandfrei sein. Das war beim obigen
Gesetzesbeschluss vom 7.12.2011 und der Mehrzahl der Sommer bis Hebst 2011
vorgebrachten Änderungen nicht der Fall.
Sprachlich korrekter Änderungsvorschlag
Ein Beispiel für eine diesen Grundsätzen folgende Änderung wäre gewesen:
Land der Berge, Land am Strome,
Land der Äcker, Land der Dome,
Land der Hämmer, zukunftsreich!
Großer Töchter, großer Söhne
Volk, begnadet für das Schöne,
Vielgerühmtes Österreich,
Vielgerühmtes Österreich.
Oft umfehdet, wild umstritten
Liegst dem Erdteil du inmitten,
Einem starken Herzen gleich.
Hast seit frühen Ahnentagen
Hoher Sendung Last getragen,
Vielgeprüftes Österreich.
Mutig in die neuen Zeiten
Frei und einig sieh uns schreiten,
Arbeitsfroh und hoffnungsreich.
Freudig lass’ in Jubelchören,
Vaterland, dir Treue schwören,
Vielgeliebtes Österreich.
1. Strophe
Mit dem obigen Text wären die Geschlechter voll gleichgestellt. Es leuchtet ein,
dass man in die Zeile eines gereimten und vertonten Textes nicht einfach ein Wort
aufnehmen kann, ohne den Sprachrhythmus empfindlich zu stören. Man kann ja
auch nicht in ein Kugellager eine Kugel hineingeben, ohne eine andere zu
entfernen. Deshalb wurde hier das Wort “Heimat” herausgenommen, passt der
Begriff “Heimat” ohnedies eher in eine Landeshymne, da er die Zugehörigkeit zu
einer Gemeinde, einem Viertel, vor allem aber zu einem Bundesland ausdrückt
(vgl. den Beginn der nieder-österreichischen Landeshymne: “O Heimat, dich zu
lieben …”).
Dazu kommt, dass ein loyal zur Republik Österreich stehender Neubürger bei
“Heimat” wohl an einen anderen Ort denkt – und denken darf! – als an Österreich.
Das moderne Zuwanderungsland Österreich wird von seinen Bürgern immer mehr
den auf gemeinsame Werte wie Staat und Demokratie gründenden
“Verfassungspatriotismus” (Jürgen Habermas) und nicht eine auf die ethnische
Abstammung beruhende Vaterlandsliebe zu fordern haben. Damit werden auch
doppelte kulturelle Identitäten aktuell, wie sie ja etwa ein länger in Österreich
lebender Niederländer durchaus kennt.
Die Formulierung “Großer Töchter, großer Sohne Volk …” ist jedenfalls
grammatikalisch und stilistisch einwandfrei. In einem feierlichen Text ist der
dabei verwendete Genetiv auch durchaus angebracht.
Auf eine Änderung der “Hämmer” wurde verzichtet, weil dieser Begriff trotz dem
Verschwinden vieler Handwerke und der meisten “Schornsteinindustrien” immer
noch als Arbeits- und Industriesymbol gelten kann. Sonst müsste man ja den
Hammer auch aus dem Bundeswappen entfernen.
2. Strophe
Mit Recht wurde eingewendet, dass Österreich zurzeit und wohl auch in der
Zukunft kaum “heiß umfehdet, wild umstritten” sein wird, da es von EU-Nachbarn
umgeben ist. Eine kleine Korrektur (“Oft” oder “Einst” statt “Heiß”) könnte hier wohl
Sinn machen.
3. Strophe
Der Ersatz des Wortes “gläubig” nimmt auf die Trennung von Staat und Kirche und
die heutige gesellschaftliche Wirklichkeit Rücksicht. Das Wort wird durch den
Begriff “einig” ersetzt, der in der Bundeshymne jedenfalls vorkommen sollte. Wenn
man schon eine Gleichstellung der Geschlechter durch Aufnahme der “Töchter”
vornimmt, wäre es unlogisch, die “Brüderchöre” stehen zu lassen. Dem wird hier
durch “freudig” gesungene “Jubelchöre” Rechnung getragen.
Man könnte natürlich so weit gehen, und auch den Begriff “Vaterland” in Frage zu
stellen. In diesem Fall böte sich an, die Formulierung “Heimatland, dir Treue
schwören” zu wählen, wodurch der in der ersten Strophe entfallene Heimatbegriff
wieder in den Text käme. Gleichzeitig zeigt sich aber an dieser Überlegung die
ganze Problematik einer nur teilweise “gendergerechten” Textänderung, um nicht
zu sagen “Textmanipulation”.
Die hier als sprachlich vertretbar bezeichnete Textänderung in der ersten Strophe
(“Großer Töchter, großer Söhne Volk …”) kann auf YouTube zusammen mit den
sprachlich unschönen Umformulierungen und den Originaltexten in einem Vortrag
von Kammersängerin Ildiko Raimondi angehört
werden: http://www.youtube.com/watch?v=-41gi_vlH98.
Vorgangsweise
Im Hinblick auf die absehbare Gefahr, dass eine stümperhafte Textänderung
vorgenommen werden würde, wäre eine offizielle Ausschreibung zweckdienlich
gewesen. Die Suche nach einem komplett neuen Text hätte allerdings kaum Sinn
gemacht – die heutige österreichische Bundeshymne ist allen vorangehenden
Versuchen, aber auch der Mehrzahl ausländischer Hymnen in ihrer inhaltlichen
Aussage weit überlegen.
• Auch der Wiener Sprachforscher Robert Sedlaczek hat sich ausführlich
mit dem Thema Bundeshymne auseinandergesetzt: “Wiener Zeitung”,
22.10.2011
• Essay zur Problematik der Textänderung: “Mussten die Töchter in die
Hymne?” – veröffentlicht im Jahrbuch für Politik 2012 – lesen
• Offizielle Instrumentalversion (mit Gebärdensprache) und Chorversion
Eine neue Kontroverse 2014 über die “Töchter”
Bei der Eröffnung des Grand Prix der Formel 1 in Spielberg/Steiermark am 22. Juni
2014 sang der volkstümliche Musiker Andreas Gabalier die Bundeshymne in alter
Fassung. Das löste eine wochenlange Debatte aus, die in den Zeitungen, im ORFFernsehen und im Internet ausgetragen wurde. (“Shitstorm” gegen die
Unterrichtsministerin). Dabei wurde der Ruf nach einer Volksbefragung laut.
Immerhin Sie mündete schließlich in eine generelle Diskussion über das “Gendern”
des österreichischen Deutsch. Dazu wurde ein Offener Brief von 800 Personen
geschrieben.
Gabalier singt die Bundeshymne mit ursprünglichem Text:
https://www.youtube.com
1. Strophe mit Bildern aus Österreich unterlegt)
In einer von “Heute” am 3. 7. 2014 veröffentlichten Hajek-Umfrage sprachen sich
52 Prozent für die Rückkehr zur alten Text-version aus, 10 Prozent wünschten sich
eine neue Hymne, 11 Prozent gaben keine Antwort und nur 27% fanden die
Textänderung OK.
Essay zur Problematik des neuen Texts
Bürgerinitiative für die Wiederherstellung der Original-Bundeshymne
Befragung 2014: 75 % für alten Text
Inoffizielles
I am from Austria
Das Lied “I am from Austria” schrieb Rainhard Fendrich 1989. Es wird
zuweilen als “inoffizielle Bundeshymne” bezeichnet.
Dei’ hohe Zeit ist lang vorüber
und auch die Höll’ hast hinter dir,
vom Ruhm und Glanz ist wenig über,
sag’ mir wer zieht noch den Hut vor dir,
ausser mir…
I kenn’ die Leut’,
I kenn’ die Ratten,
die Dummheit,
die zum Himmel schreit,
i steh’ zu dir bei Licht und Schatten,
jederzeit
Chorus:
Da kann ma’ machen was ma’ will,
da bin i her, da g’hör i hin,
da schmilzt das Eis von meiner Seel’,
wie von an Gletscher im April.
Auch wenn wir’s schon vergessen hab’n,
i bin dei Apfel, du mein Stamm.
So wie dein Wasser talwärts rinnt,
unwiderstehlich und so hell,
fast wie die Tränen von an Kind,
wird auch mein Blut auf einmal schnell,
sag’ ich am End’ der Welt voll Stolz
und wenn ihr wollt’s auch ganz alla
I’m from Austria
I’m from Austria
Er war’n die Störche oft zu beneiden,
heut’ flieg’ i noch viel weiter fort,
i seh’ di’ meist nur von der Weiten,
wer kann versteh’n
wie weh das manchmal tut.
2. Chorus
Da kann i machen was i will,
da bin i her, da g’hör i hin,
da schmilzt das Eis von meiner Seel’,
wie von an Gletscher im April.
Auch wenn wir’s schon vergessen hab’n,
i bin dei Apfel, du mein Stamm.
So wie dein Wasser talwärts rinnt,
unwiderstehlich und so hell,
fast wie die Tränen von an Kind,
wird auch mein Blut auf einmal schnell,
sag’ ich am End’ der Welt voll Stolz
und wenn ihr wollt’s auch ganz alla
I’m from Austria
I’m from Austria
Quelle: lyricsmode.com
https://www.youtube.com
“I am from Austria” von Rainhard Fendrich
“Heimliche Hymnen”, Sendung Ö1 bis 2 vom 5. März 2016
Robert Menasse
(Erstveröffentlichung im Austria-Forum, 15.6.2015)
THE WAR IS OVER?
DOCH DAS SINGEN SIE NOCH IMMER.
Die universale Nationalhymne, die Essenz von hymnischem
Nationalismus, montiert aus Zeilen von 25 europäischen Nationalhymnen.
Zur Rettung aller, um uns zu vereinen,
Werden wir die Waffen erheben.
Dir unser Blut, o Heimaterde!
Unzählige Kämpfer sind gefallen,
Nun ruhen ihre Gebeine,
Das Land ist noch immer schön!
Mutter, gib uns männliche Kraft
Ihren Weg weiterzugehen,
Kampf und Siege führen mich
In mein Grab. Hört Ihr auf den Feldern
Diese wilden Soldaten brüllen?
Sie kommen, um euren Söhnen, euren Gefährtinnen
Die Kehlen durchzuschneiden.
Jeder ist Soldat, um Euch zu bekämpfen,
Wenn sie fallen, zeugt die Erde neue,
Die bereit sind, gegen Euch zu kämpfen.
Ja, Vaterland, bist uns erstanden
Aus der Väter Heldenblut!
Ja, ich kenn dich an der Klinge
Deines Schwerts, so scharf und blank!
Zu den Waffen, Bürger,
Marschieren wir, marschieren wir,
unreines Blut soll unserer Felder Furchen tränken.
Inmitten Kanonendonner und Flintenschüssen
Werden wir ein Soldatenlied singen!
Wir sterben, wenn Du nicht Licht und Leben bist,
Das uns aus dem Staub erhebt.
Wo ist die Siegesgöttin Viktoria?
Wir sind bereit zum Tod.
Lasst uns die Reihen schließen,
Wir sind bereit zum Tod.
Tapfere Kameraden der Zivilgarde,
Lasst uns stets gehorchen
Der Stimme unseres Kommandanten
Und wenn wir zu seinem Schutz
Auch alle unser Leben geben,
So werden es unsere Kinder
Dann besser ausfechten.
Mein Schild und mein Vertrauen
Bist Du, Gott, mein Herr.
Bauern schärften ihre Äxte,
Wo ein Heer gebildet ward,
Selbst die Frauen standen auf und kämpften
Als ob sie Männer waren.
Heimat großer Söhne und Töchter.
Was uns fremde Übermacht nahm,
Werden wir uns mit dem Säbel zurückholen.
Zu den Waffen, zu den Waffen!
Über Land und über See,
Rufe es Europa, der ganzen Welt zu:
Zu den Waffen, zu den Waffen!
Gegen die Kanonen marschieren, marschieren!
Priester, geht voraus, denn unser Heer ist christlich!
Erwache aus deinem Schlaf des Todes!
Lieber glorreich in der Schlacht sterben!
Ja, ich will leben, ich will sterben im Norden!
Ja, die fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Verschwinden werden unsere Feinde
Wie Tau in der Sonne.
Es mögen Blitze treffen
Den Feind aus hoher Wolkenbahn.
Gott schütze unsere gnädige Königin,
O Herr, unser Gott, stehe ihr bei,
Zerstreue ihre Feinde und bring sie zu Fall.
Hört Ihr auf den Feldern
Diese wilden Soldaten brüllen?
Dir unser Blut, o Heimaterde!
Wir sind Kinder einer kämpfenden Rasse,
So singt denn ein Soldatenlied!
Lasst uns die Reihen schließen,
Wir sind bereit zum Tod!
Wer ein Mann ist, der ist ohne Furcht,
Und wenn er stirbt, dann wie ein Held!
Für den Feind ist hier kein Platz!
Gott selbst sagte, dass Nationen
Von der Erde schwinden,
Doch wir werden überdauern!
Dafür, dafür kämpfen wir!
Dir gehört unser Blut, Vaterland!
So lasst uns ein Soldatenlied singen!
Robert Menasse (Biographie)
