1965 Durchbruch zur Nation 2 S.

Am 26. Oktober des zwanzigsten Jahres nach dem Wiedererstehen der Republik begingen die Dater reicher aum erstenmal thren Nationalfeiertag. Nicht nur das Datum war sin atht österreichischer Kom promiß, auch die Art, wie der staatsbürgerliche Fest tag gefeiert wurde, war typlach österruichlach. Dur Nationalfciertag war weder für alle Erwerbstätigen beitsfrei noch arbeiteten alie Erwerbstätigen. Die Die Schuljugend kaite keinen Unterricht, war aber dennoch zum Schulbesuch verpflichtet. Die Beflaggung war heuer segar für die kirchlichen Gebäude angeord net worden, die Privathäuser seigten aber nur spir lichen Flaggenschmuck. Und dennoch: Im Hinblick auf die Programmgestaltung und das Interesse der Bevölkerung trots Regierungs- und Budgetkrise hob sich der erste Nationalfeiertag von allen bisher ge feierten vaterländischen Anlässen mit Ausnahme des 15. Mai
Wir brauchen uns nicht auf die neuesten Ver öffentlichungen mehr oder weniger verläßlicher De fragungsergebnisse zu beziehen, um festzustellen, dall in diesen Oktobertagen 1965 der in den letzten Jahren immer mehr herangereifte Gedanke der österreichi schen Nation sichtlich zum Durchbruch gelangi ist. Das Staatsbewulftsein der Osterreicher hat sich durch die wirtschaftliche und kulturelle Konsolidierung der Zwelten Republik immer mehr gefestigt. is steht so mit die überwiegende Mehrheit des Volkes hinter 1955 = ab
Staates Herabwürdigung Sanktio dem Gedanken, daß Osterreich nicht nur ein aufäl liges Staatsgebilde, sondern eine historisch-politische Schicksalsgemeinschaft ist. Auf dem Gebiet der staats bürgerlichen Erziehung freilich muß muß noch noch vieles nachgeholt werden. Es den. Es ist sehr löblich, löblich, in einem eige Strafrechtsänderungsgesets die Symbole Flagge, Wappen und Hyman, gegen Offentlichkeit zu schützen, verhängen ist aber zuwenig. Mit des Staatssymbolik dem Außeren Erscheinungsbild des Staatsgedankens verhält es sich in Osterreich win mit einem begonnenen Brückenbau, bes jeder Talseite eine Verankerung errichtet ist. Den äußerst spärlichen Bestimmungen des Wappen gesetzes 1545, denna man gerade noch das Aus schen des Staatswappens, nicht mehr aber die genaue Beschreibung der von den Dienststellen des Bun des zu fuhrenden Dienstflagge entnehmen kann, steht der zehareilige Schachtelsata de Schachtelsatz sata des des 200 a StG (Passung 1905) über die Herabwürdigung österreich Symbole gegenüber. Wie aber die Symbole, bei dem den ansführ denen sich die Osterreicher bekennen, richtig gehand habt werden, darüber findet sich weder etwas Staatsbürgerkundebüchern nach besteht liches und der Otleutlichkeit bekanntes Flaggenproto koll. Viele Caterreicher halten ja bis auf den heutigen. Tag das alte Marinewort Flagge für ein Überbleib Zeit des Tausendjährigen Reiches, dessen proasinentesten Vertreter das größte Fahnenmeer das Osterreich jo gutaucht war. Is warun Iremde Fahnen, und die Wogen der Degeisterung, über denen sie wehten, verwandelten sich allenbald in sin Meer von Blut und Tränen.
Es liegt uns fem, einer pseudoreligiösen Ehrfurcht vor den Zaichen der staatlichen Hoheitagewalt das Wort zu reden, die man den Vereinigten Staaten. bisweilen vorfindet. Im dritten Jahrzehnt der Zweiten Republik mull es uns vielmehr darum za zu tun sein. jenen Standard des Nationalbewußtseins und der nationalen Symbolkultur zu erlangen, der bei den meisten Nationen der Welt gang und göbe ist.
Recht ta seiner letzten öffentlichen Rede zu Ostern 1965 hat unser verewigter Alikansler Leopold Figi den bedcutsamen Satz gesagt: „Osterreich und die öster reichische Nation müssen für uns Realitäten sein und nicht Diskussionsgrundlagen, wie man gerade jetzt da und dust hört. Diese Aullassung triflt vor allem auf die nach dem Kriege herangewachsene Genera tion junger Osterreicher zu, die unbelastet von einer verkrampften Begriffswelt, zukunftsfroh zum Dienst an Osterreich bereit ist. Ste reklamieren das Wort national zur Ganze für thee Gesinnung. für die Bereitschalt nämlich, auch wenn es Opter kostet, für Österreichs Aufstieg als freies und unab hängiges Mitglied der Völkerfamilie einzutreten. Die dem Begriffe national bisher innewohnende fie deutung deutschnational” wird also zusehends aus gewaschen. Dieser Vergang geht Hand in Hand mit der zunehmenden Uberalterung der militant anschlufl-freudigen Kraise in der österreichischen Bevölkerung. Damit reduziert sich der ideologische Kern des frei heitlichen Lagers im Idealfall auf eine voll staats-bejabende, echte Liberalität, der in jedem Staat ein nicht unbeträchtlicher Anteil der Bevölkerung neigt.
Harvianger
Magir
Hardanger Magie NYLON POROS MIT Herz Marke LEECHTAWASCHBAR RUGELFREI
In dieser Sicht worde mit der Einführung des National Jeiertages zweitellos Vorgang der weiteren Kooro lidierung des Osterreich-Bewußtseins eingeleitet. Wir stehen heute sehn Jahre nach Abschluß des öster reichischen Staatsvertrages und der Proklamierung der immerwährenden Neutralitat der Aufgabe, einen sichtbaren Nutzen für Osterreich Osterreich und und seine seine Nachbarn aus dem Status einer militärisch neutralen Demokratie westlicher Prägung zu zichan.
der mutigen Fük Wie die katholische Kirche unter der mu rung Papst Jehannes XXIII. das Fenster aur Welt” welt öffmeie, mua Osterreich noch mehr als bisher ein Fenster zum Osten sein. Dazu bedarf es einos festen Glaubens en die Werte von Freiheit, Recht und Demokratie. Das Risiko, das die Kirche mit dem oggi ornamento auf sich nahm, ist uns heute, gegen Endo des Konzila voll bewußt geworden. Es besteht zweifels shne die Möglichkeit, ja die Wahrscheinlichkeit, daß der durch ein geöffnetes Fenster wehende frische Wind nicht nur nach außen, sondern auch nach innen dringt. Dennoch ist jedermann zutielst daven überzeugt, daß dieser Wind bei weitem nicht die Kraft haben wird, das solide Inventer der Kirche in seiner Sub-stans zu verletzen. Mag auch einiges durcheinander purzeln im Verlaufe der Kontaktnahme mit der Außen welt der Felsen Petri wird überdauern, ja geläutert aus dieser Kraftprobe hervorgehen.
Osterreich, besonders aber die Osterreichische Volkspartei als staststragende Kraft christlich-demo-kratischer Prägung, muß sich der Verpflichtung auch
dem Osten gegenüber stärker hewußt werden. Um zelbewußt und verantwortungsvall vorgehen zu kön nin, ohne sich vom Ostwind die Fensterflügel dm Händen reifen lassen, müssen aber gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Wir können uns das Herzland siastigen Völkermonarchie grichteten Ruf nicht entzishen, die wachsenden Ten-dinzen, den Bürgern der sozialistischen Staaten mehr westlichen Sinn gewähren, nach unterstützen. Dies geschieht vor allem Käften darch menschliche und kulturelle Kontakte. Das neu tale Cisterreich ist als Ort des Erfahrungsaustausches kein anderer Staat geeignet selbst meinungbil dind zu wirken. In freien Osterreich kann jederman Tig für Tag beobachten, wie selbst eine vereinigte Lnke nicht cht instande in ade ist, ist, mit mit verstaubten verstaubten Idsaien Ideal und usredlichen Methoden sachliche Qualifikation deshalb tollen. Regieren nochzuweisen. ale Informationsmäelichkeiten. die der Gewäh rung von Stipendien an Studenten aus dem Ostblock, ginutat und der Aushau der Kulturinstitute weiter virangetrieben werden. Psychologisch geschen, hat de österreichische Ostpolitik deutliche Distansia-sag von allen pangermanschen, rasalstischen und kastenbildenden Bestrebungen zur Voraussetzung. Sie edordert das Sich-hinsindenken Können in die Kol Icklivsesle jedes einzelnen unserer östlichen Nachbar länder. Es fällt kompliziert es Staates soin avuß, der einerseits von siner gerada-cdirenischen Angst dem deutschen Revanchis saus und einem Gefühl der wirtschaftlichen Inferior 18, andererseits aber von einem wiederaufkommenden ationaliamus und der Uberzeugung, in gung in Kommunis Stein der Weisen gefunden zu haben, erfüllt Hier den richtigen Ton zu finden, ist Bewährung ehten Oderreichertums Rashschen Sinne. eft schwer, zu begreifen, wie paychologische Verhandlungsposition.
Der vorstehende Exkurs in die Problematik der bater richischen Ostbemehungen steht nur scheinbar in keinem Zusammenhang mit dem bever erstmals be gingenon gingenen Natl Nationalfeiertag. In Wahrheit bildet die Ausnutzung aller Möglichkeiten des am 30. Okte 1955 beschlossenen Neutralitätsgesetzes den Kern fir Osterreichs Bewährung in der Welt. Von der Ver mittlerrolle Rüdigers von Pichlarn über das mazi mlisnische Bella gerant elil. sed tu felix Antzia, nuber und Grillparters wangenroten Jang ng zwischen Deutschland und then Deutschland und Italien fuhrt die Reihe bildhafter Modellvorstellungen für Oster rocha Ralle in der Welt bis in die Jetataeit. Ils wird nicht sinfach auch weiterhin den richtigen. antenpolitischen Kurs au steuern. Eines scheint sicheri Je strahlkräftiger und aufnahmebereiter Osterreich utter Wahrung der freien und demokratischen Gesell schaftsordnung wird, um en mahr wir es shmsten Aufgabe gerecht werden. Und der Defi reichs mad in Hinkunft auch der Nationalfeiertag dinnen. Dazu gehört eine intensive Osterreich-Wer bing im Ausland, die Veranstaltung von Seminares und Tagungen über aktuelle Probleme Österreichs und nicht zuletzt die Popularisierung der Staatssymbole bei der Bevölkerung. Es wäre zu wünschen, daß der kommende zweite Nationalfeiertag im Hinblick auf diese Aspekte der Osterreich Idee verbereitet würde.